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6 Monate Baby: Faulheit siegt, aber bitte mit vielen Worten

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Das neue Jahr beginnt gleich mit der schockierenden Erkenntnis: mein Baby wird groß. Also größer…also als sie sowieso schon ist. Denn nun ist dieses kleine große Zauberwesen schon sechs Monate alt. Sechs Monate, in denen sie unser Leben auf den Kopf stellt, uns ab und an echt Nerven kostet, aber jeden Moment verzaubert und noch schöner macht. Seit dem letzten Update hat sich einiges getan.

Mein kleines süßes Faultier: Bewegung muss nicht sein

Ich kann es nicht anders sagen: mein Baby ist und bleibt einfach faul. Seitdem sie wunderbar demonstriert hat, dass sie sich drehen und wenden kann, mag sie es nicht mehr. Sie fängt regelrecht an zu schimpfen, wenn man ihr wiedermal zeigen möchte wie es geht. Wo wir beim Stichwort wären: schimpfen. Seit Weihnachten hat sie es drauf. Sie weint nicht, sie jammert nicht, nein – sie schimpft, wenn ihr was nicht passt. Dann liegt sie auf dem Rücken und zetert vor sich hin. Dabei versucht sie verschiedenste Laute wie „pffff“, „krrrr“ und „bat“. Wir vermuten, dass sie Batman zu Hilfe rufen möchte, aber bisher ist dieser noch nicht aufgetaucht. So liegt sie also lieber auf dem Rücken und schimpft, statt sich zu uns zu drehen. Doch in ihrem Zorn kommen ihre neuen besten Freunde in ihr Blickfeld: hallo Füße! Seitdem wir abermals beim Osteopathen waren und der eine Blockade der Hüftgelenke löste, ist sie nur damit beschäftigt, sich die Strümpfe auszuziehen. Wenn sie dabei allerdings auf die Seite kippt, dann ist das wieder ein Grund, schimpfend Batman zu rufen. Sie ruft ihn jedenfalls oft und redet auch so sehr viel in ihren kurzen Lauten. Witzig, denn ihre Schwester hat immer in einem Singsang gebrabbelt…was sich auch heute noch in ihrer Liebe zur Musik zeigt. Mal gucken, ob babyberlin eher in einen Debattierclub möchte.

Es gibt Brei: langsame Beikosteinführung

Seit wenigen Tagen bekommt babyberlin nun doch Brei. Letzten Monat erzählte ich euch noch, dass wir damit warten. Nun, haben wir ja etwas. Doch ihre Blicke am Esstisch und ihre Gestik, wenn wir etwas aßen sind unverkennbar. So habe ich ihr nach Weihnachten erstmals etwas Möhren gedünstet und püriert. Ihr Würgereiz, der mich sowieso vorsichtig sein lässt, führte dazu, dass wir nun doch mit Brei beginnen, statt wie ursprünglich geplant am Familientisch mit BLW. Doch entgegen meiner Vermutungen läuft es recht gut. Sie isst mittlerweile einige Löffel und findet es grandios. Das sieht man nach dem Essen an ihrem Gesicht, ihrer Kleidung…meiner Kleidung und auch der Wand hinter mir. Denn sie möchte gern anfassen, was sie da bekommt. Und so begleitet babyberlin jeden Löffel mit ihren Händen in den Mund und freut sich laut prustend über den neuen Geschmack. Bei miniberlin hätte ich damals vieles nicht gemacht, aber mittlerweile weiß ich: je mehr sie ihr Essen erleben und auch über alle Sinne kennenlernen können, desto schöner ist es für Babys und einfacher für uns. Und so patschen wir etwas mit dem Essen, spielen mit dem Löffel und lachen dabei…und schwups, ist das Becherchen schon leer. Bisher läuft es ohne Würgen und so werde ich sicher bald auch gedünstetes Gemüse am Stück geben, mit dem sie noch besser experimentieren kann. Interessiert euch unser „Misch-Weg“ zur Beikost?

Du und ich: ein eingeschworenes Team

Die Zeit der neuen Bewegungen und neuen Sinneseindrücke durch Beikost ist für das Baby sehr aufregend. Sie lernt so viel, so schnell, dass es ihr wohl nicht nur Spaß macht. Denn seit einiger Zeit ist ihr liebster Platz nur an einem Ort, bei einer Person: mir! Sie möchte am liebsten auf meinem Arm sein, auf meinem Schoß sitzen, bei mir schlafen. Während sie sonst auch am Tage beim Papa einschlief, hat der gerad wenig Chancen, außer unter Gebrüll. Auch die sonst sehr beliebte Oma ist nur kurz witzig, dann fordert sie lauthals ihre Mama ein. Angesichts des Alters ist das auch kein Wunder: mein Baby fremdelt. Sie hat verstanden, dass ich sie auch „verlassen“ und mich von ihr wegbewegen kann. Das merke ich besonders, wenn ich sie ablege und mit ihr spiele. Bewege ich mich weg, obwohl sie gedankenversunken spielt, fängt sie panisch an zu brüllen. Dann ist es kein Geschimpfe, dann ist es ein panischer Schrei und lautes Weinen. Das ist auch der Grund, warum es hier so ruhig war vor Weihnachten, denn babyberlin wollte nicht eine Minute ohne mich sein.

Ein Herz und eine Seele: Schwesternliebe

Ich habe schon oft geschrieben, wie sehr sich die Kinder lieben. Doch je älter beide werden, desto mehr habe ich den Eindruck: sie sind ein eingeschworenes Team. Schon am Morgen, wenn wir zu miniberlin ins Zimmer kommen, ist der erste Wunsch: Baby kuscheln. Ich werde nicht gebraucht, ich darf in der Zeit Frühstück machen. Doch das kann ich selten, denn ich stehe heimlich an der Tür und beobachte meine beiden Herzen. Sie liegen da, einträchtig nebeneinander und gigglen, lachen und flüstern. Das Baby dreht sich zu ihrer großen Schwester, nimmt ihr Gesicht in ihre kleinen Hände und brabbelt mit ihr um die Wette. Diese Momente machen mich einfach nur glücklich, denn das ist es, was ich mir erhofft habe von einem geringeren Altersabstand. Irgendwann werde ich diese Einigkeit vielleicht verfluchen…wenn sie Dinge aushecken, sich gegenseitig Spielzeug klauen oder oder oder. Doch am Ende haben sie sich und das ist es, was zählt. Mittlerweile kann ich mir auch häufig zwei freie Hände erschleichen, wenn sich die große Schwester zum Baby setzt. Dann liegen sie beide auf dem Boden, die Große singt und die Kleine hört verliebt zu.

Ich weiß, viele Kinder meiner LeserInnen sind ähnlich alt wie babyberlin. Was hält euch denn die letzten Wochen auf Trapp? Fremdeln eure Kinder auch so?

Liebe Grüße
eure Bella

In den kommenden Tagen erscheint noch ein gesonderter Artikel zum Einschlafen des Babys. Das ist nämlich immer ein großer Kampf, der mich und auch sie viel Kraft kostet. Während sie sonst ein entspanntes kleines Wesen ist, lacht, spielt und glücklich ist, wirkt sie abends wie das unglücklichste Kind der Welt und ich kann nichts tun. Kennt ihr das? Mehr dazu Mitte der Woche!

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4 Comments

  • Reply
    Cornelia
    2. Januar 2017 at 12:58

    Oh,wow! Das klingt ja so als ob das meine beiden wären! Die Kleine ist ein paar Wochen älter als deine und hat bis einen Tag nach Weihnachten extrem gefremdelt -sehr zum Bedauern der Großeltern. Papa war total abgeschrieben und ich war völlig fertig! Laut Papa hat das nur fünf Tage gedauert, aber mir kam es wie mindestens zwei Wochen vor…. Aber mit der Großen hat sie am meisten Spaß! Das ist so schön und könnte nicht besser sein!
    Ich hoffe das Fremdeln hat bei euch auch bald ein Ende!
    Abends schläft sie gerade auch nur noch in meinem Arm mit geöffneter Bar… das war auch mal anders und wird sich auch wieder ändern!… Hoffe ich zumindest 😉

    Liebe Grüße
    Cornelia

  • Reply
    Katrin
    14. Januar 2017 at 22:12

    Du fragst: „interessiert euch unser Mischweg?“ – Ja, tut er 🙂 Ich bin gerade erst auf deinen Blog gestoßen. Wir haben bei unserer Kleinen (1 Jahr) auf BLW gesetzt und zwischenzeitlich war ich auch mal verunsichert. Ich weiß nicht ob ich es ein zweites Mal noch genauso machen würde oder vielleicht auch etwas Brei füttern würde.
    Also, ja, mich interessiert euer Mischweg sehr!
    LG Katrin

  • Reply
    Steph
    23. Januar 2017 at 02:15

    Oooh wie schoen!! Dein Blog liest sich super und ich freue mich sehr ueber die aehnlichen Erfahrungen des Fremdelns und des Mischkostwegs (def interessiert!) zu lesen!
    Mein Sohn wird in 2 Tagen ein halbes Jahr und diese ganze Mensch-wird-groß-Reise ist schon sehr magisch und es tut gut ueber die individuellen Wege anderer kleiner Personen und ihrer Eltern zu lesen/sich auszutauschen!
    Toller Blog, Danke fuer s Teilen!! 🙂
    Steph

    • Reply
      familieberlin
      23. Januar 2017 at 20:39

      Danke, das freut mich sehr. Hach ja… jedes Baby ist anders und bei meinem fällt es mir jeden Tag noch viel mehr auf. So anders als die Große. Meinem Mann fällt das oft schwer, das einzusehen, aber ich finde es toll. LG Bella

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