Lifestyle Mamasein Nachhaltigkeit

Schwerer Anfang: Kosmetik selber machen?

Seit einiger Zeit stehen in den Drogeriemärkten gefühlt hinter jedem Regal Menschen, die mit ihrem Handy Produkte fotografieren. Doch statt eines Bildes scannen sie das Produkt mittels einer App, um zu schauen, ob das Produkt auch gut für sie ist. Wo es bei Herstellern oft an Transparenz mangelt, räumen Apps und Portale wie zum Beispiel Codecheck mit Inhaltsstoffen und deren Wirkung auf.

Wer weiß schon, was drin ist in Deo und Co?

Anzeige

Denn sind wir doch mal ehrlich zu uns selbst: Weißt du, was du dir da täglich ins Gesicht oder auf den Körper schmierst? Ich nicht, im Gegenteil. Ich habe jahrelang nicht hinterfragt, was in meinen Cremes und Lotions drin ist. „Für eine straffe Haut“ oder „Gegen trockene Haut“ reichte mir, um zu denken, dass dieses Zeug meinen Bedürfnissen entspricht. Aber tut es das? Was ist wirklich drin in all den Produkten, die uns suggerieren, dass wir all das auch wirklich brauchen?

Ich habe mir also den Spaß gemacht und all meine Produkte im Bad mit der App Codecheck gescannt. Das Ergebnis war ernüchternd. Oder schockierend? Denn am Ende stand ich mit 90 Prozent weniger Zeug da und hatte noch ein Duschbad und ein Gesichtsserum. Und nu?

Gut für die Haut und Umwelt?

Ich habe angefangen, mich zu belesen, was meine Haut denn wirklich braucht. Was muss drin sein in Zaubermitteln und Faltenwegbüglern? Was ist überhaupt Hyaloron und was braucht meine Haut noch außer Pflege von außen?

Es gibt zahlreiche Webseiten und Blogs, die sich mit dieser Thematik beschäftigen. Zum einen klären sie auf, zum anderen zeigen sie Alternativen und Rezepte auf. Oft verbunden mit der Diskussion um Kosmetik, den Inhaltsstoffen und auch selbstgemachter Kosmetik kommt auch das Thema Müll auf. Denn wenn man weniger konsumiert oder gar viel selber macht, spart man auch Müll. Und das kann ich bestätigen. Ich habe nun systematisch seit einem halben Jahr alte (gute) Produkte aufgebraucht und ersetze sie nach und nach mit selbstgemachten Alternativen. Seitdem hat sich mein Platz im Badschrank drastisch reduziert und auch der Müll ist weniger geworden.

Meine Anfänge: Bücher und Blogs

Aber wo fange ich nun an, wenn ich meine Pflege nach und nach ersetzen will? Ich habe mir viel online erschlossen, aber auch zwei Bücher dazu besorgt. Denn online fand ich immer nur Fragmente. Das große Ganze in Zusammenhang mit Haut, Pflege und Ernährung blieb aus.

Bücher, die Licht ins Dunkel bringen

Das Buch „The Glow Code“* gab mir da einen tollen Überblick, denn hier geht es nicht nur um das Verständnis und simple Ideen für die Pflege, sondern auch um die Ernährung. Mit Rezeptideen für Kosmetik UND Ernährung habe ich schnell einiges ersetzen können und auch gelernt, dass mein Weg richtig ist: Lieber nach und nach alles ersetzen, sonst ist das für den Körper zu viel und die Haut reagiert entsprechend. Tolles Buch, was ich immer im Bad stehen habe, um zu schauen, ob ich damit ein weiteres aufgebrauchtes Produkt ersetzen kann. Es gibt auch das Vorgängerbuch „The Glow“*, welches ich sehr spannend finde und unbedingt haben möchte.


Ein weiteres Buch ist „Natural Beauty“*, deren Rezepte nahezu komplett auf Kokosöl basieren. Neben simplen Ideen zeigt es auch auf, dass man manchmal gar nicht mehr braucht als ein gutes Öl und wenige Zutaten. Das Buch ist schnell gelesen und holte mich mit meinem vorher wenigen Wissen ab. Das ist gut, denn selbstgemachte Kosmetik hatte immer den Anschein, kompliziert zu sein. Ist es nicht. Ein Glück!


Bisher habe ich das Buch „Naturkosmetik selber machen“ von Evelin Nowak nur bei einer Freundin lesen können, aber es steht auf meiner To-Lese-Liste. Es sind viele Rezepte drin, die nicht nur für die Haut, sondern auch für Haare, Nägel und Co sind. Vielfältig mit wiederkehrenden Rohstoffen. Das finde ich wichtig, denn ich bestelle ungern einen Rohstoff, den ich nur einmal brauche und dann verfällt der Rest. Dafür sind mir diese dann doch zu teuer. Schön ist ebenso, dass es nicht nur ein Rezept für etwas gibt, wie zB Duschbad, sondern mehrere Varianten und Ideen. So wird es nicht langweilig.

Über meine Anfänge in Zusammenhang mit weniger Müll und Nachhaltigkeit und einem wirklich guten Buch habe ich HIER schonmal geschrieben. Nach wie vor eine gute Lektüre für mich, auf die ich immer wieder zurückgreife.

Blogger und Instagrammer, die inspirieren

Ok, diese Liste könnte lang werden. Denn jeden Tag entdecke ich neue Menschen, die mich inspirieren und motivieren, dass das, was ich tue, gut ist. Für mich und die Umwelt. Doch sie sollen nicht nur motivieren, ich möchte auch etwas mitnehmen und wirklich ändern. Dabei helfen mir diese Menschen sehr.

Ein spannender Blog, über DIY-Rezepte für Kosmetik hinaus ist Die Checkerin. Dort zeigt Sanni nicht nur Rezepte für Kosmetik sondern berichtet über ihren Lebenswandel hinzu einem starken Fokus auf die schönen und wichtigen Dinge im Leben – unter anderem sie selbst. Ich habe mich festgelesen.

Ein Account, der ebenso viele Ideen und vor allem auch Rezepte gibt ist Naturlandkind. Jeden Tag werden dort Rezepte geteilt oder Ideen gesucht, wie man Produkte ersetzen kann und was man wirklich selbst machen kann. Oft sind die Ideen ohne großen Aufwand oder aber so lange nutzbar, dass sich der Aufwand wieder lohnt. Ob Kosmetik, Reinigung oder Lebensmittel, es ist nahezu alles dabei.

Auch bei Zero Waste Deutschland gibt es viele Rezepte im Bereich Kosmetik und Pflege. Hier werden immer wieder bestimmte Themen behandelt, deswegen lohnt sich das Stöbern im Feed, denn viele gute Rezepte sind schon länger her.

Kein genereller Blog zum Thema DIY Kosmetik und Nachhaltigkeit, aber ein gutes Rezept für selbstgemachtes Deo findet ihr bei Judith aka. Stadtmama. Ich habe das Deo nun schon eine Weile in Gebrauch und bin begeistert. Bald muss ich Nachschub rühren.

Ein toller Blog voller Ideen und Rezepte ist Mrs. Rosemary. Ich könnte hier stundenlang stöbern und bin fast versucht, den gewonnen Platz im Bad wieder zu füllen. Leider ist auf der Seite seit einem Jahr nichts Neues passiert, aber das macht die anderen Inhalte ja nicht schlechter. Deswegen: Leseempfehlung.

Meine Anfänge sind gemacht, in unserem Bad wird sich nun einiges ändern. Bald zeige ich euch einen tollen Onlinekurs samt tollem Rezept, das auch die Kinder nutzen können. Aber bis dahin möchte ich den erstmal komplett durchschauen, eh ich ihn guten Gewissens empfehlen kann.

Welche Kosmetik macht ihr selbst oder wie spart ihr Müll im Bad?

*Bei diesen Links handelt es sich um Affiliate-Links.

You Might Also Like

6 Comments

  • Reply
    Nana
    8. April 2019 at 19:44

    Liebe Bella, ich habe auch versucht, nach dem Stadtmama-Rezept das Deo selber zu machen, aber leider wird es immer sehr flüssig. Habe beides versucht, Shea- und Kakaobutter. Machst Du es genau wie Stadtmama und es klappt? Ich weiß echt nicht, was ich falsch mache..

    • Reply
      familieberlin
      11. April 2019 at 10:59

      Liebe Nana, beim letzten Mal hatte ich in der Tat keine Sheabutter und habe die weggelassen. Ist super fest geworden, hängt aber natürlich mit der Raumtemperatur zusammen. Sheabutter hat ja eher eine pflegende Wirkung, deswegen fand ich es ok, wegzulassen. :)

  • Reply
    Anja
    8. April 2019 at 22:46

    Sehr spannend! Ich mache seit ein paar Wochen das Waschmittel selber, aus Kernseife und Waschsoda –
    Super easy, günstig und
    Funktioniert sehr gut. Habe ich hier
    Gefunden:
    https://www.smarticular.net/

    • Reply
      familieberlin
      11. April 2019 at 10:57

      Hallo Anja, danke! Das steht auch auf meinem Zettel, wenn die großen Flaschen hier leer sind. Ebenso für die Spülmaschine. Bin gespannt.

  • Reply
    Alex
    9. April 2019 at 07:04

    Das liest sich sehr spannend und macht Lust sich damit intensiver zu beschäftigen.
    Zzt nutze ich nur haarshampoo, Zahnpasta, Seife fürs Gesicht, und eine antipickel/Abdeckcreme. Wenig Produkte, so Reise ich auch mit kleiner Kosmetiktasche. Die vielen Angaben auf den Produkten Schrecken mich eher ab es zu kaufen, so viel „gesunde“ Chemie kann ich mir nicht vorstellen, dann lieber Luft und Wasser, letzteres auch viel von innen.
    Lg

    • Reply
      familieberlin
      11. April 2019 at 10:56

      Genau, viel trinken merke ich auch sofort auf der Haut. :) Ich nehme seit neustem übrigens die Zahnpastatabs von dm (Werbung, bla blub) und die sind super. Spart noch mehr Chemie und Plastik!

Leave a Reply