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Mütterfreundschaften: Virtuelles Trinken, Freundschaftsbänder und Gemeinsamkeiten

Donnerstag, 20:34 Uhr, irgendwo in Berlin. Die Kinder sind im Bett, der Tag war lang. Geschichten wurden erzählt, Probleme gelöst. Gemeinsam haben wir nach Monstern gesucht und den Lichtern im Nachbarhaus beim Wachwerden zugeschaut. Das Buch war der Knackpunkt des Abends, gefolgt vom Streit um das Lieblingshörspiel. Die Zweijährige möchte die Bärengeschichte, der Vierjährigen steht der Sinn nach Weihnachtsgeschichten. Kraft für beides habe ich heute nicht mehr. Nach vielen Diskussionen und Tränen haben wir die Krise bewältigt, ohne laute Worte. Nicht immer leicht. Machbar – mit Ausnahmen. Als ich müde aufs Sofa sinke, fällt es mir auf: Es ist schon Donnerstag und ich habe kaum mit Erwachsenen gesprochen. Wie so oft, wenn der Mann nicht da ist und ich am Tage in Arbeit versinke. Wenn man sich bei Regen nicht mehr nachmittags am Spielplatz trifft. Wenn die liebsten Freunden nicht mehr um die Ecke wohnen.

In diesem Moment blinkt mein Handy.

Ihr fehlt mir. Scheisstag heute.

…C schreibt

Manchmal wünschte ich, wir wären alle dichter zusammen. Wer kann nochmal das Beamen erfinden? Lautlos, dass ich mich auch aus dem Kinderzimmer schleichen kann, um mit euch einen Wein zu trinken.

Der Gedanke, der mich eben noch einsam fühlen ließ, verfliegt. Hunderte Kilometer entfernt sitzen C und S und wie sie alle heißen und denken und fühlen: Gleich. Wir müssen in dem Moment nicht beieinander sein, um füreinander da zu sein und zu wissen, wie der andere sich fühlt. Wir müssen nicht täglich live miteinander reden, um zu wissen, dass das Freundschaft ist. Freundschaften als Mutter verändern sich. Da ist es nicht mehr das tägliche Gespräch und die durchfeierten Nächte, die einander das Gefühl von Wertschätzung geben. Würden uns nur reale Gespräche und häufige Treffen das Gefühl von Freundschaft vermitteln, wären Eltern verdammt einsame Wesen. Doch es sind andere Dinge, die uns Freundschaft zeigen.

Genau das! Das Mitfühlen, aneinander denken, schweigen , lachen, freuen und ja, auch das virtuell gemeinsame Trinken. Wir können zusammen auf dem Sofa sitzen und uns über einen Film oder eine Serie aufregen, ohne dass wir des anderen Anwesenheit direkt spüren. Wir stoßen auf den Job der einen an und ärgern uns zusammen über den Kollegen der anderen. Wir bestärken uns gegenseitig, wenn man das Gute selbst nicht mehr sieht und geigen uns auch mal die Meinung oder raten zu einer neuen Frisur. Wir sind halt da, auch wenn wir nicht da sind. Manchmal, da trennen uns hunderte Kilometer und manchmal, da sind es  nur zwei Haustüren. Fakt ist: Sehen tun wir uns selten, egal wo wir wohnen. 

Den Ring mit den kleinen Herzen habe ich mit zwei Freundinnen: Als Verbindung, ganz ohne Telefon

Denn Freundschaften verändern sich, erst Recht unter Müttern. Während wir früher oft zusammen saßen, bei jeder Gelegenheit miteinander telefonierten und jedes Wochenende gemeinsam feierten, ist es heute anders. Weil wir anders sind. Wir wissen, wir kommen nie wieder auf Platz 1 im Leben der anderen, denn bei nahezu allen haben sich kleine Menschen eingeschlichen, die diesen Platz sehr gut und gerne besetzen. Doch ebenso wissen wir auch, dass wir dieses Gefühl, Platz 1 bei unseren Freunden zu sein, nicht mehr brauchen wie damals in der Schule. Wir brauchen keine Poesiealben, wir knüpfen keine Freundschaftsbänder mehr füreinander. Und wenn doch, dann sind es andere, festere Bande. Die sind nicht mehr zu sehen und ja, oft finden sie im Handy statt. Aber sie sind deswegen nicht weniger wichtig. Weil wir genau wissen, die anderen sind da.

Und wenn wir doch einmal ein kleines Zeichen außerhalb des Handys brauchen, dann ist es vielleicht dieses besondere, feste Band zwischen uns: in Form eines gemeinsamen Rings, wie denen von Thomas Sabo. Denn man muss nicht immer aufs Display schauen, um zu wissen, dass die anderen da sind. Dann reicht ein Blick und das Gefühl von Freundschaft ist da.

Bella schreibt…

Prost Mädels, auf uns!

 

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