Familie Landleben

Bye bye Berlin – Von der Stadt aufs Land ziehen

Von der Stadt aufs Land ziehen

Nun ist sie also angebrochen, unsere letzte Woche in Berlin mit ganz normalem Alltag, denn dann werden wir von der Stadt aufs Land ziehen. Wenige Male gehen wir nun nochmal den Weg in den Kindergarten, setzen uns an unsere Schreibtische oder gehen einkaufen, wo wir die letzten Jahre eingekauft haben. Denn bald ist alles anders. Bald leben wir auf dem Land. Und während viele Wegziehende gerne argumentieren, dass sie ja noch im Umland einer größeren Stadt wohnen, können wir das nicht mehr behaupten.

Ja, wir sind trotzdem in etwas über einer Stunde in Berlin und haben auch die Möglichkeit, mit dem Regionalzug regelmäßig und einfach nach Berlin zu kommen. Aber Speckgürtel ist anders. Und überhaupt wird vieles für uns anders sein. Wir haben beschlossen, die große Stadt, Berlin, zu verlassen. Aber in meinen Augen kehren wir ihr nicht den Rücken. Wir vergrößern nur unseren Wirkungskreis.

Stadtleben: Für uns nicht mehr passend?

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Wir haben schon sehr lange mit dem Gedanken gespielt, Berlin zu verlassen und von der Stadt aufs Land zu ziehen. Die Gründe waren immer wieder präsent: Es ist einfach so schön auf dem Land und in meiner alten Heimat Uckermark. Es ist umso vieles ruhiger und doch ist alles da, was wir brauchen. Wir sind dennoch schnell genug in der Stadt, wenn uns nach Trubel ist. Wir haben gemerkt, dass eine unserer Töchter in der Stadt oft so angespannt und unter Strom war, was sie auf dem Land nie war.

Ich könnte die Liste noch mehr erweitern. Am Ende waren wir uns sicher, haben uns aber für die Entscheidung über ein Jahr Zeit gelassen. In diesem Jahr haben wir viel beobachtet und geschaut: Was nutzen wir wirklich von Berlin? Wo gehen wir hin und worauf sind wir angewiesen, was es auf dem Land nicht gäbe? Das Fazit war schnell gezogen: Nicht viel. Da nun sogar unsere Kinderärztin aus Berlin in die Uckermark gezogen ist, mussten wir nicht mal auf eine für uns vertrauenswürdige medizinische Versorgung unserer Tochter verzichten. Wir haben gemerkt: Je mehr wir also in dieses Gedankenspiel Landleben eintauchen, desto wohler fühlen wir uns.

Aber ein Punkt war es wohl, der uns final dazu gebracht hat, die Stadt zu verlassen und genau an diesen Ort zu ziehen, denn wir hatten mehrere Regionen im Auge. Wir ziehen in die pure Natur. Um uns Wald, direkter Zugang zum See, Felder und Wiesen in unmittelbarer Nähe. So eine Möglichkeit in Verbindung mit der Familie in der Nähe gibt es selten.

Von der Stadt aufs Land ziehen
Eine von uns freut sich besonders auf die neue Nachbarin mit Fell

Hallo Landleben: Haben wir Zweifel?

Ich würde Lügen, wenn ich mit NEIN antworten würde. Natürlich habe ich Sorgen. Doch die hätte ich genauso, wenn wir von Prenzlauer Berg nach Steglitz ziehen würden oder gar nach München, denn wir verlassen unser gewohntes Umfeld. Finden wir Anschluss? Finden die Kinder neue Freunde? Fühlen wir uns wohl? Was, wenn uns unsere alten Freunde oder das Lieblingscafé fehlen? Diese Möglichkeiten gibt es wohl immer und sind für mich nicht an Stadt- oder Landleben geknüpft. Aber ja, manchmal habe ich auch Sorge, dass mir die Decke auf den Kopf fällt oder mir Austausch fehlt. Doch auch dafür gibt es schon einen Plan, denn mein Büro lasse ich in Berlin und möchte gern mehrmals im Monat dort arbeiten. Freunde treffen und Lieblingscafé inklusive.

Und die Kinder, werden sie es in der Jugend nicht hassen? Eine Frage, die mir oft gestellt wird. Meine Antwort: Das kann sein. Sie können es aber ebenso in Berlin hassen, weil sie lieber an der Küste leben würde. Glaubt mir, hätte ich eine Glaskugel, wäre vieles einfacher. Fakt ist, auch ich habe meine Jugend auf dem Land verbracht, zusammen mit meinen Freunden. Ich bin Bus gefahren, zu Freunden geradelt oder auch gelaufen. Ich wurde gefahren, ich durfte früh selber fahren und manche Autotouren hätte ich lieber sein lassen sollen. Ich fand meine Jugend toll, ich fand meine Jugend doof. Es war aufregend, es war langweilig. Ich hatte Freiheiten, ich hatte Regeln. Jugend eben.

Ich vermute, dass meine Kinder mit ihren jetzt vier und sechs Jahren so damit aufwachsen, dass sie aus diesem Alter nichts mehr an der Stadt vermissen werden. Und auch hier bleibe ich dabei: Wir und sie können trotzdem in die Stadt fahren, so wie ich früher auch. Warum auch nicht?

In kleinen Schritten ins neue Heim

Das einzige, was mir gerade wohl schwer fällt, ist der Übergang. Das Haus ist noch nicht fertig und so ziehen wir leider nicht von einem Heim ins nächste, sondern müssen die Zeit überbrücken und ziehen in eine Übergangslösung. Das machen wir unserer Tochter zuliebe, die im August eingeschult wird. Wir haben lange überlegt, wie wir es machen. Doch da unsere Tochter eher ruhig ist und lange braucht, um Vertrauen zu fassen, möchten wir sie nicht später umschulen. Sie soll ankommen, mit allen zusammen. Sie soll Freunde finden und lernen, ohne später „die Neue“ zu sein.

Und ein bisschen freue ich mich für sie, denn sie ist so aufgeregt und voller Vorfreude. Sie würde auch in Berlin auf eine Schule kommen, in die niemand aus ihrem Kindergarten mitkommt. Das Einzugsgebiet ist einfach zu groß bei uns. So hat sie nur einen neuen Start, wie alle anderen Kindern ihrer Klasse ebenso. Alle sind aufgeregt, alle sind ein bisschen unsicher. Und sie mittendrin. Ja, das ist der eigentliche Grund für diesen vorzeitigen Abbruch der Berliner Zelte. Aber ich habe im Gefühl, dass es gut ist. Dass es das ist, was wir alle nach dem letzten Jahr brauchen. Ein Start, der für jede neu ist. Die Große in der Schule, die Kleine in einer neuen KiTa. Sie sind nicht mehr „die Schwester von…“ sondern einfach nur sie. Und das wünsche ich ihnen gerade sehr. Und mir auch. Mehr zu den Kindern und wie wir sie auf den Umzug vorbereiten schreibe ich bald.

Verratet mir: Lebt ihr auf dem Land oder in der Stadt? Und welche Gründe gab es, von der Stadt aufs Land zu ziehen?

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21 Comments

  • Reply
    Anja
    13. Juli 2020 at 13:53

    Oh wie gut ich Dich gerade verstehe… Wir haben das Abenteuer 2018 gewagt… Zurück in mein Heimatdorf im Erzgebirge. Aus der Nähe von Nürnberg… Auch zur Einschulung vom Sohn. Auch, ohne dass das Haus schon fertig war. Sind übergangsweise zu meinen Eltern gezogen. Ich mit den 2. Kind schwanger… Und was soll ich sagen: Wir sind sooo glücklich, diesen Schritt gemacht zu haben. Alle. Landleben ist voll unser Ding. Die Ruhe. Immer draussen. Tür auf, Natur… Unbezahlbar! Ich wünsch Euch von Herzen alles Gute & einen glücklichen Neustart

    • Reply
      familieberlin
      13. Juli 2020 at 13:56

      Oh wie toll, das freut mich sehr. Wir hoffen auf ähnliches. :)

  • Reply
    Tanja Ahorn
    13. Juli 2020 at 14:03

    Du sprichst mir aus der Seele, auch wir sind nach langer Zeit in Berlin zurück in die Heimat gezogen, jetzt mit Kind. Mir fehlen die alten Freunde sehr, Corona hat erste Wiedersehen verschoben , aber ich bin hier sehr zufrieden und habe keine Zweifel, dass wir hier glücklicher sein werden.

    • Reply
      familieberlin
      13. Juli 2020 at 14:05

      Ja, auf dieses Vermissen werde ich warten. Weil es sicher kommt. Aber wir bauen extra mit Gästezimmer, dass wir nicht so oft ohne Freudne sein brauchen.

  • Reply
    Michi
    13. Juli 2020 at 14:46

    Bei mir ist es genau andersrum, aber ich trotzdem kann ich dich sehr gut verstehen. Ich bin von einer Großstadt in eine Minigemeinde gezogen. Vor gut zehn Jahren. Wir haben viel und schnell Zugang zur Natur, die Kinder wachsen hier recht behütet auf. Aber ICH vermisse die Großstadt. Ich dachte immer ich gewöhne mich besser daran. Mir fehlt der leichte, unkomplizierte Zugang zur Stadt oder mehr Freizeitmöglichkeiten…. Alles das, was man dort eben schnell verfügbar hat. Theoretisch wäre ich mit dem Zug in 30 Minuten in zwei Großstädten, aber praktisch nutze ich das fast gar nicht irgendwie. Ist halt doch was anderes als wenn man einfach hinläuft. ;-) Umziehen würde ich jetzt aber erstmal nicht mehr. Der Große ist 7 und wurde letztes Jahr eingeschult, da würde ich ihn ungern rausreißen…Ich vermisse es, aber dss wäre es mir dann doch nicht wert.
    Ich wünsche euch einen reibungslosen und ruhigen Umzug und einen schönen Neustart.

    • Reply
      familieberlin
      13. Juli 2020 at 15:08

      Hallo Michi, das ist ja eine spannende Sichtweise und vollkommen berechtigt. Ein bisschen habe ich auch die Angst davor. Eben nicht mal „schnell wohin“ zu gehen. Und auch etwas davor, dass mir die Anonymität fehlt, die es eben in einer Großstadt gibt. Ich bin gespannt.

  • Reply
    Juli
    13. Juli 2020 at 15:12

    Auf dem Weg zum nächsten P!NK-Konzert fahren wir dann zusammen. Von der Uckermark durch den Barnim inne Hauptstadt rin. ;-) Ich komme aus der Kleinstadt, habe im Land der unbegrenzten Präsidentschaften gelebt, habe die Hauptstadt bewahlheimatet und ziehe die auch bald 6-jährige Räubertochter im Grünen groß. Es ist schöner für Kinder. Ich vermisse Berlin. Aber ich vermisse auch meine Eltern, die im Harz leben. Ich glaube ihr seit nah am Ideal für alle Familienmitglieder dran.

    • Reply
      familieberlin
      13. Juli 2020 at 15:16

      JAAAAAA….lass das mal machen. Oder jedes andere lohnenswerte Konzert. :) Alles Gute ist nie beisammen. Auch für uns nicht. Aber wie du sagst, es ist nah dran an vielem Richtigen.

  • Reply
    Beatrix
    13. Juli 2020 at 16:27

    Hallo, wir sind nach der Geburt unserer ersten Tochter von München Innenstadt/Gärtnerplatz raus aufs Land an den Ammersee gezogen!
    Wir haben es nie bereut! Nach München könnte man jederzeit , sind ca. 50 km, neue Menschen über Schule, kindergarten und Strandbad kennengelernt! Hier draußen gibt es alles was man braucht, inzwischen sogar ein neues Gymnasium! Und selbst die jetzt großen Kinder lieben es hier ‚draußen‘ zu wohnen!
    Liebe Grüße
    Beatrix

  • Reply
    Sarah
    13. Juli 2020 at 17:12

    Huhu Bella,
    bei uns ist das ähnlich, wir sind nach ein paar Metern in Brandenburg, daher zähle ich unsere Ecke auch eher als Land.
    Wir haben Wald, Felder und gute Luft.
    Kein Vergleich zum Ku’damm, wo wir vorher wohnten.
    So schön für die Kinder.
    Klar, das nächste Kino ist 25 min entfernt, aber gemeinsam können wir eh noch nicht hin.
    In 30 min sind wir in Mitte mit der S-Bahn.
    Wir haben also eine Mischung aus Stadt und Land ist das ist schön.
    Die richtige Großstadt fehlt mir nicht.
    Alles wird schön, ich glaube, die Jugend findet ihre Wege. ❤️
    Liebe Grüße
    Sarah

  • Reply
    Daniela
    13. Juli 2020 at 18:09

    Ich war schon immer ein Landkind, zum Studieren ging es dann in eine kleine Großstadt, man kam mit dem Rad immer schnell ins Grüne. Nach dem Studium dann nach London, knapp 5 Jahre lebte ich dort. Jetzt seit über 10 Jahren wieder in Deutschland, in einem kleinen Dorf. Ich brauche die Stadt nicht, weder den Lörm, noch die Menschenmengen und erst recht nicht die ständige Unruhe.
    Wünsche euch einen tollen Neuanfang!

  • Reply
    Lisa
    13. Juli 2020 at 18:31

    Hi Bella!
    Ich wohne schon mein ganzes Leben in einem schwäbischen Dorf und habe nur einen Umzug hinter mir vom 800 Seelendorf meiner Kindheit, 5km weiter ins 1500 Seelendorf meines Erwachsenenlebens. Ich liebe das Leben hier. Auch für meine Kinder. Wir kennen jeden und die allermeisten haben den selben Dialekt. Und jetzt haben wir hier ein Haus gekauft. Neben meinen Eltern. 100 Meter von dem Haus in dem wir momentan leben. Ich geh hier glaub nicht mehr weg! Habe natürlich aber auch überhaupt keinen Vergleich!

  • Reply
    Mila
    13. Juli 2020 at 19:11

    Wir leben mit unseren zwei Kindern (1 &3,5) noch in Hamburg, planen aber aufs Land zu ziehen. Wir lieben die Natur und haben Lust auf einen großen (Nutz-) Garten, Werkstatt und all das andere dass das ländliche Leben mit sich bringt. Bisher haben wir noch kein Haus gefunden in das wir uns zu 100% verliebt haben und dabei erschwinglich war. Sobald wir das finden sagen wir auch: Ciao!

  • Reply
    Cajoha
    13. Juli 2020 at 19:29

    Nach 3 gemeinsamen Jahren in Berlin (Heimat meines Mannes) sind wir in meine Heimat gezogen – eine Kleinstadt (60tausend Einwohner) im Rhein-Main-Gebiet. Hier ist Familie um die Ecke, wir haben ein Haus und inzwischen vier Kinder hier bekommen.
    Wir fühlen uns wohl und den Trubel in Berlin vermisse ich nicht. Trotzdem ist da manchmal die Sehnsucht nach richtigem Landleben, so wie ihr es dann bald haben werdet. Naja, hier ist es ein guter Kompromiss aus allem – perfekt ist wohl nirgends…

  • Reply
    Katrin
    13. Juli 2020 at 19:31

    Super interessant deine Sichtweise. Wohnen auch seit 10 Jahren in Berlin, jetzt ist Kind Nr. 2 da und wir wollen auch raus. Mein Mann kommt auch aus der wunderbaren Uckermark (Prenzlau) und ich auch aus dem Berliner Umland. Wir überlegen noch bis zur Einschulung des Großen… Jobtechnisch ist es leider ziemlich schwer dort was zu bekommen, auch als Lehrerin, da immer mehr Schulen schließen.
    Wünsche Euch einen wundervollen Start ins neue Leben in Brandenburg.

  • Reply
    Eske
    13. Juli 2020 at 20:59

    Wir ziehen in 5 Wochen aus einem Dorf in den Niederlanden in eine deutsche Kleinstadt um, etwa eine Stunde Entfernung dazwischen. Die Mädels sind 4 und 6 und die Grosse wird auch eingeschult. Es geht quasi zurück in meine Heimat, die die Mädchen auch schon kennen. Ich bin davon überzeugt, dass ein Neuanfang für uns drei gut ist, gleichzeitig hängen an diesem Haus viele Erinnerungen an ihren verstorbenen Vater.
    Wir schaffen das, aber ich mache mich auf einige emotional schwierige Wochen bereit.

    • Reply
      familieberlin
      15. Juli 2020 at 14:03

      Ich wünsche euch ganz viel Kraft dafür. Ihr geht einen schwierigen Weg, aber sicher gut für euch.

  • Reply
    Anni
    13. Juli 2020 at 21:10

    Wir hatten all diese Zweifel auch. Vor allem bezüglich der Freunde, und weggehen ohne fahren zu müssen und und und. Und was ist? Wir haben nie so viel gefeiert wie jetzt hier auf dem Land, wir hatten nie so viele Freunde, bei denen Mann UND Frau mit uns kompatibel waren. Hier haben sich einfach viele „ausgewanderte“ Städter gesucht und gefunden und nachts torkeln wir zu Fuß nach Hause. Oma u Opa im Dorf nebenan sei Dank. DAS war in der Stadt für uns schwieriger. Wir lieben es.

  • Reply
    Hannah
    14. Juli 2020 at 06:22

    Wir sind Anfang des Jahres auch aufs Land gezogen. Allein mit Corona die Möglichkeit zu haben ungestört in den Garten, in die Natur zu können, war und ist ein Traum. Unsere Tochter wird ab der Grundschule alleine alle Wege bestreiten können, wenn sie möchte. Sie muss eine Mini-Straße überqueren. Allein solche Begebenheiten finde ich grandios. Mit den Herausforderungen später, beschäftige ich mich später und muss eben in Kauf nehmen öfter mal Taxi zu spielen. Meine Akkus kann ich abends im Garten, beim Spazieren zwischen den Feldern oder beim Spielen am Bach im Wald wieder aufladen. Ich für mich kann sagen, dass ich eh viel seltener in die Stadt fahre seit unsere Tochter da ist. Ich genieße diese ‚besonderen‘ Ausflüge jetzt eben bewusster. Aktuell kann ich sagen: Es ist für uns genau das richtige und was in 10, 20 Jahren ist sehe ich dann und handle dann dementsprechend.

  • Reply
    Babs
    14. Juli 2020 at 21:09

    So tolle Worte, die du gefunden hast! Sie beschreiben alles das, was auch für mich gilt. Ich bin auf dem absoluten Dorf aufgewachsen, bei erster Gelegenheit in die Großstadt, dann von einer in die nächste und weiter. Der Wunsch nach einem Eigenheim und der Nestbautrieb meines Mannes führten uns letzten Oktober in ein ländliches Gebiet (ca. 20 km von der Großstadt entfernt). Ich liebe unser Haus, die Möglichkeit, dass das Kind vom Küchentisch jederzeit in den Garten springen kann, den Platz, die Ruhe, die Luft, die Pferde, die ich vom Sofa aus beobachten kann, den Biobauernhof mit Hofladen, die kleine 2-zügige Grundschule 2 Nebenstraßen weiter. Der Winter und Corona haben uns ein Einleben in der Dorfgemeinschaft bislang unmöglich gemacht. Ich hasse es, dass jeder im Dorf den Bauverlauf des Hauses besser kannte als ich, dass ich mir immer überlege, wie ich aussehe, bevor ich das Haus verlasse, immer bereit für einen überfreundlichen Smalltalk, dass ich das Auto nehmen muss, wenn ich einen größeren Einkauf machen möchte, die Pendelzeit per Bahn zur Arbeit und dass das Kind später die nächste weiterführende Schule erst nach 30 Minuten mit dem Fahrrad erreicht. Es ist alles das, das Paradies und die Hölle gleichzeitig. Es ist wie so oft im Leben eine Frage der Prioritäten und der Sichtweise. Ich versuche die Vorteile zu sehen und meiner Sehnsucht Raum zu geben, und gönne mir auch mal ein Frühstück in dem Lieblingscafe von früher! Wichtig war für mich auch die Erkenntnis, auch wenn es das eigene Haus ist, es muss nicht für immer sein. Es gibt immer einen Weg zurück oder weiter, wenn man merkt, dass es nicht passt. Ich wünsche euch eine möglichst komplikationsfreie Bauphase, ein gutes Ankommen in der neuen alten Heimat und von Herzen alles Gute!

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    30 Dinge am 30 jeden Monats #30am30 - Tolle Momente im Juli 2020 - Grossekoepfe.de | Ein Elternblog mit Ihrer und Seiner Sicht aus Berlin!
    29. Juli 2020 at 22:46

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