Sport mit Kindern

Sportliche Eltern: Yoga mit Kindern

Auch wenn ich aktuell viel laufe, so schlägt mein Herz schon seit über zehn Jahren fürs Yoga. Vor den Kindern war ich wöchentlich mehrmals im Yogastudio, mit dem ersten Babybauch ebenfalls und dann? Gar nicht mehr. Abendliche Kurse waren schwer mit Job, Kind und Alltag vereinbar und mit dem bald folgenden zweiten Baby noch weniger. Ich ärgere mich heute noch, dass ich es nicht einfach daheim probiert habe. Yoga mit Kindern, das geht nämlich.

Klar, nun sind sie älter und keine Babys mehr. Aber früher hielt ich mich mit der Ausrede auf, dass ich die entspannte Atmosphäre des Studios brauche. Mein Omm quasi. Quatsch ist das, aber auch das musste ich erst lernen. Denn zugegeben: Yoga mit Kindern ist nicht so entspannt wie im Studio zwischen nahezu stummen Gleichgesinnten. Im Gegenteil, es kann trubelig, laut und auch mal chaotisch sein. Aber das ist ok, wenn man seine Einstellung dazu anpasst. Denn zum Ausgleich mache ich am Abend dann einfach alleine eine Yoga-Session und schon ist mein inneres Omm-Gleichgewicht wieder hergestellt. Denn ich hatte nicht nur Zeit für mich, sondern auch wunderbare Momente mit den Kindern.

Nicht perfekt, aber um so vieles schöner gemeinsam: Yoga mit Kindern

Ich sehe mich dabei als Vorbild und hoffe dadruch, dass ich sie mit einbeziehe auch, dass sie vom Sport etwas in ihren Alltag später mitnehmen. Weil es normal ist, sich zu bewegen. Weil es Spaß macht und weil sie sehen, wie ich es mache. Vielleicht habe ich ja Glück. Und wenn nicht, denke ich an die witzigen Yogastunden zurück, die wir hatten. Denn das ist sicher: So viel wie im Yoga mit Kindern habe ich selten gelacht. Aber wie klappt’s nun am Besten?

1. Feste Rituale schaffen

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Viele Dinge und Rhythmen etablieren sich von allein in Familien. Die abendlichen Rituale und Schlafenszeiten, feste Termine oder eben der wöchentliche Einkauf. Dieser findet bei uns oft am Samstagvormittag statt. Und wer nicht mitfahren möche von den Kindern, der macht mit mir Ordnung daheim und danach noch einige Minuten Yoga. Mittlerweile ist diese Zeit in der Woche unsere feste gemeinsame Yogazeit geworden, die die Kinder auch aktiv einfordern. Vor allem die Große findet es toll, Zeit mit mir auf diese Art zu verbringen.

2. Nachsicht, Geduld und kurze Übungen

Auch wenn wir oft zu dritt mit unseren Yogaübungen beginnen, so sind am Ende nur zwei wirklich dabei: Die Große und ich. Bei der Zweijährigen ist der Spaß zu Beginn groß, doch die Geduld und auch das Können reicht selten bis zum Schluss. Wobei der Schluss mit Kindern generell relativ schnell kommt, denn bei Yoga mit Kindern macht man keine 90 Minuten wirklich Yoga.

Gelassenheit, so viel wichtiger als eine konzentrierte Yogasession.

Ich suche oft Übungen von maximal 20 Minuten und auch das kann schon lang sein, je nachdem, wie ausgiebig die Praxis ist. Und auch Nachsicht muss man haben, denn Kinder verlieren in ihrer Euphorie auch mal die Balance und so kann es sein, dass sie beim Krieger umfallen…direkt auf mich drauf. Mittlerweile lachen wir so viel, dass manch einer denken könnte, wir sind auf der Clownsschule.

3. Eigenes Equipement für die Motivation

Zu Beginn unserer Yogaübungen habe ich meiner großen Tochter oft nur mein Yogahandtuch gegeben. Aber das fand sie doof, denn fürs Yoga braucht man schließlich Matten. Logisch, was bin ich wohl für ein Anfänger in ihren Augen. Da sie meine rote Matte toll fand (weil sie wohl eben meine war), haben wir uns darauf geeinigt, dass sie diese Matte bekommt und ich mir eine neue aussuchen konnte. Perfekt, aus meiner Sicht. Aber es gibt auch wundervolle Kindermatten, wie diese hier von Om Ya*. Wenn sie also weiter so viel mit mir übt und auch alleine gerne Sport macht, werde ich ihr diese wohl mal zum Geburtstag schenken.

4. Eigene Ideen einbringen

Ich gebe zu, meine Fünfjährige kannte Yoga schon aus dem Kindergarten. Sie kennt den herabschauenden Hund, die Katze, die Kuh und andere Tiere von dort und weiß, was ich damit meine. Deswegen war sie schnell eifrig dabei, mir ihre Welt des Yogas zu zeigen. Und die ist eine Geschichte von Tieren, die ins Bett gehen sollen. Ich mag diese Phantasie und habe mich darauf eingelassen. Wenn Kinder häufiger mit Erwachsenen Sport machen, steckt man sich gegenseitig mit Ideen an – wenn man einander zuhört und nicht nur Dinge vorgeben möchte. Denn im Gegensatz zum Studio gibt es beim Yoga mit Kindern zu Hause keinen Lehrer, Instructor oder „Bestimmer“, wie meine Kinder gerne sagen. Wir machen das schließlich zusammen.

5. Bücher für Ideen und Anregungen

Mitterlweile haben wir einige Bücher daheim, die das Thema Yoga mit Kindern wunderbar näherbringen – Erwachsenen wie Kindern. Mit bebilderten Anleitungen, verständlichen Erklärungen und Grafiken können Eltern und Kinder verstehen und nachmachen, mit viel Spaß dabei.

Easy Yoga für Kids (DK Verlag)* zeigt 25 Übungen für Kinder, die sie auch alleine nachmachen können. Dank schöner Illustrationen wissen die Kinder auch ohne vorlesende Eltern, wie die Asanas heißen, denn eine Schlange ist eine Schlange – auch im Yoga. Zwischendrin werden einige Asanas immer wieder zu Übungen zusammengefasst, so dass Eltern auch ganze Sequenzen gemeinsam machen können. Meine Töchter suchen sich mittlerweile vorher eine Sequenz aus, die wir mit dem Sonnengruß zusammen machen.


Bisher haben wir vor dem Schlafengehen noch keine Yogaübungen gemacht, aber dieses Buch Gute Nacht Yoga (Riva Verlag)* erzählt eine ruhige Geschichte, verbunden mit beruhigenden Übungen, um den Tag hinter sich zulassen. Zusammen mit den Kindern können Eltern nach und nach die Nacht vorbereiten und vielleicht gerade bei ängstlichen Kindern so eine entspanntere Nacht schaffen. Die Übungen sind wunderschön illustriert und verbinden im Rhythmus des Vorlesens auch den Atem, denn gerade das ist eine Grundlage des Yogas. Übrigens gibt es von gleicher Autorin und Verlag ein ähnliches Buch für kleine Morgenmuffel: Guten Morgen Yoga*.


Ihr seht, es gibt viele Möglichkeiten, Yoga mit Kindern zu vereinen. Es würde für mich keine ausschließliche Praxis werden, aber es ist dennoch ein toller Weg, beides zu vereinen. Und wie gesagt: Vielleicht gebe ich dadurch meinen Kindern einiges für ihre Zukunft mit. Schön wäre es ja. Namasté. Oder wie meine Kleine unseren Buddha im Garten gerne nennt: Yoda Budder!

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2 Comments

  • Reply
    Hanna
    26. April 2019 at 17:45

    Die Bücher hören sich wirklich interessant an :)

    Also ich mache meine Workouts (zur Zeit Rückenübungen mit Pilates gemischt) auch im Wohnzimmer auf dem Boden und manchmal macht unser Sohn mit, und mal nicht. Wenn er mit macht, ist das fast noch viel lustiger

    • Reply
      familieberlin
      29. April 2019 at 09:53

      Ist es. Und gerade dieses Gemeinsame finde ich wichtig. Ich habe lange Me-Time als „exklusive Zeit allein“ verstanden. Das ist es auch, aber Bedürfnisse können auch kombiniert werden. Ich mag das sehr!

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