Sport mit Kindern

Sport mit Kindern: Laura läuft den #mutterlauf

Diese Woche habe ich eine besonders spannende Mama im Interview. Laura läuft nämlich nur nur für sich selbst, sondern quasi für dich. Wie, für dich? Ja, denn Laura hat den Mutterlauf ins Leben gerufen und sammelt damit Spenden. Warum, wie und wo erfahrt ihr weiter unten.

Über Laura:
Ich bin Laura, Mama von drei Kindern (*2011, *2013, *2016). Ich mag keine Strafen, aber ab und zu rutscht mir eine Drohung raus. Ich mag achtsame Erziehung, aber ich brauche auch meine Ruhe. Ich bin die meiste Zeit gerne Mutter und würde manchmal den Job am liebsten an den Nagel hängen. Auf meinem Mama-Blog Heute ist Musik möchte ich dich unterstützen, deinen eigenen Weg als Mutter zu gehen und vor allem Zeit für dich selbst zu finden. Auf Instagram diskutiere ich gerne mit anderen Mamas in meiner Müttersprechstunde und habe daraus nun selbst einen Podcast gemacht. Lauras Müttersprechstunde ist Mama-Support mit Sound.

Welchen Sport treibst du regelmäßig und warum?

Ich laufe unglaublich gerne. Für mich ist das Meditation, Frust-Bewältigung, Stressabbau und Entspannung in einem. Nicht immer war das für mich so einfach: als Studentin fing ich mit dem Joggen an, ich konnte aber keine fünf Minuten am Stück laufen, war total aus der Puste und knallrot im Gesicht. Weil ich keine große Sportskanone bin, war das für mich ein schwerer Start. Ich habe es dann bald wieder aufgegeben und später, so mit 25 Jahren, neu angefangen. Seitdem mache ich es regelmäßig, so zwei Mal pro Woche. Als ich letzten Herbst eine Mutter-Kur gemacht habe, lief ich sogar täglich. Das versuche ich hier auch, klappt aber leider nicht. Drei Mal die Woche ist drin und ich wünschte mir, es ginge öfter.

Übrigens laufe ich nicht besonders schnell. In 40 Minuten sind es knapp 6 Kilometer und ich habe auch nicht den Anspruch, schneller zu werden. Einen Halbmarathon zu laufen, so wie Bella, ist für mich unvorstellbar. Ich habe großen Respekt davor!

In der Schwangerschaft und ein Jahr lang nach der Entbindung war ich stattdessen walken. Das ist schonend für die Gelenke und den Beckenboden und eine gute Alternative, wenn man Joggen nicht mag.

Was motiviert dich?
Ich bin ziemlich oft im Stress. Drei Kinder, mein Job als freiberufliche Journalistin und Bloggerin und der ganze Organisationskram – trotzdem mein Mann und ich uns alles so gut es geht aufteilen, ist es unheimlich viel. Mein Kopf ist voll, ich werde nervös, meckere nur noch mit den Kindern rum, bin unzufrieden und unglücklich – dagegen tue ich dann mit dem Laufen etwas. In der Kur habe ich noch mehr gelernt, wie wichtig es ist, seinen Akku wieder aufzuladen. Wir Eltern und ganz besonders die Mütter machen viel zu oft weiter, obwohl die Energie fehlt. Ich saß schon heulend in der Küche und fühlte mich leer und ausgebrannt. Lesen und Laufen sind meine Energiequellen und ich kann nur dazu ermutigen, dass Mütter sich auf die Suche nach ihren persönlichen Energiequellen machen. Laufen ist so gut, weil ich gleichzeitig an der frischen Luft bin. Die Kombination aus Bewegung und Draußen sein macht glücklich, löst die Knoten im Hirn und ich komme immer zufriedener nach Hause als vorher.

Was bringt es dir, regelmäßig Sport zu machen?
Ich bin viel besser gelaunt und davon profitiert vor allem meine Familie. Ich denke nach, ich erkenne, dass ich wieder netter zu mir selbst sein muss. Ich kann mich beim Laufen und Nachdenken wieder auf meine Werte besinnen und erkennen, dass viele Probleme halb so wild sind. Ich schaffe die Deadline im Büro nicht? Dann rufe ich eben an und bitte um eine Verschiebung. Ich weiß nicht, wie ich es schaffen soll, morgen auch noch einen Kuchen für das Schulbuffet zu backen? Kein Problem, ich kaufe einen beim Bäcker. Wir sind alle gesund und munter, das ist alles, was zählt. So komme ich nach Hause und sehe die Welt aus anderen Augen.

Oft hört man, dass Sport und Kinder nicht vereinbar sind. Wie machst du das?
Das ist tatsächlich schwierig und ich knoble auch immer mal wieder. Ab und zu gehe ich morgens früh laufen. Ich mache die Brotdosen für die Kinder fertig, lege Anziehsachen raus und düse gegen 6:45 Uhr los. Mein Mann kümmert sich dann um alles andere. Oft komme ich aber nicht aus den Federn. Nachmittags bin ich schon mit meinem Söhnchen im Fahrradanhänger losgejoggt, die anderen Beiden fuhren mit dem Fahrrad nebenher. Aber das ist schon ziemlich aufwendig. Jetzt im Frühling und Sommer ist es kein Problem, da gehe ich dann, wenn Anton aus dem Büro kommt oder nach dem Abendessen. Wir machen beide gerne Sport und gönnen uns die Zeit.

Sportschuhe schnüren und los? Theoretisch ganz leicht.

Hast du Tipps, wenn die Motivation mal im Keller versteckt?
Ich höre gerne Podcasts beim Laufen, da motiviert es mich manchmal, wenn ich weiß, dass eine besonders spannende Folge auf mich wartet. Mich motiviert auch immer der Gedanke an das Gefühl nach dem Sport. Laufe ich morgens, habe ich den ganzen Tag etwas davon. Ich zehre von den Eindrücken draußen, von meinen Gedanken oder von der frischen Luft.

Dein Sportmantra:

Loslassen!
Beim Sport lasse ich mal alle Sorgen und Alltagsprobleme los, bin für einen kurzen Moment nur ich selbst. Das fehlt mir nämlich sonst sehr.

Das muss beim Sport dabei sein:
Unbedingt mein Smartphone mit Musik und meinen Lieblings-Podcasts, gerne auch den von dir, Bella. Dann noch der Jahreszeit angemessene Kleidung und das Wichtigste: meine Joggingschuhe. Allen, die gerne laufen oder damit anfangen wollen, empfehle ich, nicht bei den Schuhen zu sparen. Lieber billige Hosen und Shirts, aber bei den Schuhen darf man nicht knausrig sein. Ich kam vor vielen Jahren mit meinen ollen Schuhen in ein Sportgeschäft, da hat mich der Verkäufer aufgeklärt. Nacken- und Rückenschmerzen können von alten Laufschuhen herrühren, die zwar von außen prima aussehen, in denen aber die innere Dämpfung längst im Eimer ist. Nach 800 Kilometern sollten Laufschuhe ausgetauscht werden. Am besten probiert man sie im Laden aus. Als ich mein Traumpaar fand, fühlte ich mich wie auf Wolken. Die Schuhe kaufe ich nun immer wieder nach und würde niemals wechseln.

Mutterlauf

Übrigens mache ich mit bei der Glücksläufer-Aktion der CFI-Kinderhilfe. Ich möchte aufmerksam machen auf den Stress, den Mütter jeden Tag haben. Bis Ende Juli will ich 240 km laufen und Geld sammeln. Das geht dann an ein Kinderdorf auf den Philippinen. Dort braucht die Grundschule dringend Unterstützung, denn wenn nicht bald zwei Lehrer angestellt werden, muss sie ihren Betrieb einstellen und das wäre fatal für die Kinder. Ich freue mich sehr, wenn möglichst viele das Projekt unterstützen, spenden oder selber laufen. Hier sind alle Infos:

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