Kindergarten

Start in den Kindergarten: Dritte und vierte Woche Eingewöhnung

Letzte Woche habe ich keinen Bericht zur Eingewöhnung geschrieben, denn Dank grandioser Planung der KiTa-Leitung wurde die Eingewöhnung unterbrochen. Warum, wieso weshalb und wie das Baby die Zwangspause fand? Lest selbst.

3. Woche

Montag

Nach den bisher guten Wochen bin ich am Montag skeptisch. Schließlich hatten wir ein schönes Wochenende, ob das Baby überhaupt in den Kindergarten will? Ich werde schnell beruhigt, denn schon in der Garderobe wird sie ungeduldig und krabbelt Richtung Gruppenraum. Kaum sieht sie die Erzieherin, will sie auf den Arm und schaut sich nicht mehr nach mir um. Ich darf sie zwei Stunden später abholen und höre, wie toll sie das macht. Sie spielt, brabbelt und entdeckt alles. Auch andere ErzieherInnen nimmt sie an und lässt sich auf den Arm nehmen. Das beruhigt mich sehr, denn ihre Bezugserzieherin wird nicht jeden Morgen da sein, wenn wir sie abgeben.

Dienstag

Der Tag beginnt wie die letzten Wochen: umziehen, loskrabbeln, freuen und weg. Manchmal glaube ich, mir fällt es schwerer als ihr. Aber das ist gut, denn so weiß ich, dass es ihr gut geht. Nach dem Abholen berichtet mir die Erzieherin, dass das Baby im Garten etwas verloren wirkte. Sie saß stumm im Sandkasten und wollte nicht so recht aktiv werden. Bis sie ihren Namen hörte und damit verbunden ihre Schwester. Der Kindergarten (Ü3) ist nämlich direkt nebenan, so dass die Kinder sich im Garten sehen und auch zu ihren Geschwistern können. Kaum sah sie ihre große Schwester, krabbelte sie zu ihr und freute sich riesig. Zusammen mit den großen Kindern taute sie auf und war wieder wie immer. Wer weiß, was ihr durch den Kopf ging.

Mittwoch

Auch heute gibt es nichts zu berichten, denn sie freut sich auf ihre Erzieherin, die bei dieser Eingewöhnung wirklich eine tragende Rolle spielt. Erstmals isst sie auch im Kindergarten Mittag. Witzig finde ich, dass die Erzieherinnen das Essverhalten ihrer Schwester gewöhnt sind, die viel und gerne dort aß. Nun ja, das macht das Baby nicht so. Aber dennoch: sie isst und das beruhigt mich. Zusammen sitzen die Kinder am Tisch, sie kann sich wohl auch benehmen und macht weniger Quatsch als daheim. Als ich sie nach dem Essen abhole, freut sie sich riesig, ist aber auch sehr müde. Das zieht sich durch die Eingewöhnung: Es ist eben für die Kinder sehr sehr anstrengend. Aber mit dem Rad kriege ich das Baby schnell nach Hause und ab ins Bett.

Donnerstag und Freitag

Leider müssen wir eine Pause machen, denn der Kindergarten hat Fortbildung. Versteht mich nicht falsch, ich finde das gut und richtig, aber jetzt? Zu Beginn des neuen Kita-Jahres starten alle Gruppen mit den Eingewöhnungen von mehreren Kindern. Durch die Unterbrechung erfahre ich später, haben einige Kinder Probleme und die sonst reibungslose Eingewöhnung ist nicht mehr so leicht und schön.

4. Woche

Montag

Nach vier Tagen Pause bin ich schon skeptisch und unsicher, ob das Baby den Tagesstart so gut meistert wie bisher. Als ich zum Gruppenraum komme und sehe, dass ihre Erzieherin nicht wie verabredet dort ist, ahne ich nichts Gutes. Und so ist es dann auch: sie ist krank und wir setzen die Eingewöhnung mit der anderen Erzieherin aus der Gruppe fort. Theoretisch mag ich sie und auch das Baby fand sie bisher toll, nur wohl nicht am Morgen. Als ich sie ihr gebe, fängt sie bitter an zu weinen, reisst die Arme zu mir und will nicht weg. Ich tröste sie, verabschiede mich, gebe ihr einen Kuss und… warte neben der Tür. Ich kann nicht gehen, wenn es ihr nicht gut geht. Doch entgegen der Dramatik, die ich in diesem Moment spürte, höre ich nach kurzem Schluchzen nichts mehr. Ich schaue um die Ecke und sehe mein Baby im Schoß der Erzieherin, wie sie die anderen Kinder beobachtet und getröstet wird. Das beruhigt mich und gibt mir ein gutes Gefühl, denn ich frage mich, ob meine innere Panik diese Reaktion bei ihr ausgelöst hat.

Dienstag

Auch heute gebe ich mein Kind mit Tränen ab, bei  ihr natürlich. Auch wenn der gestrige Tag dann doch schön und ruhig verlief, möchte sich mein Baby nicht von mir trennen. Wieder gebe ich sie an die Erzieherin und warte ab, was passiert. Und wieder lässt sie sich in wenigen Minuten trösten und spielt recht schnell mit ihr. Am Ende des Tages erfahre ich, dass sie sogar viel mit ihr gespielt und gelacht hat, zwei Portionen Mittag aß und am Mittwoch leider nicht kommen kann. Denn wieder gibt es eine Fortbildung von einigen und da die andere Erzieherin nicht da ist, muss die Eingewöhnung leider entfallen. Ihr könnt euch denken: ich könnt‘ k***.

Mittwoch: entfällt

Ohne Kindergarten machen wir es uns zu Hause schön.

Donnerstag

Nach kurzem Meckern beim Abgeben, findet das Baby schnell etwas, was interessanter ist als Mama. Zwar ist es noch nicht so schön wie die Wochen zuvor, aber trotzdem zeigt sie mir, dass sie sich lösen kann. Was mich dann doch stört, ist dass mir beim Abgeben zwischen Tür und Angel gesagt wird, dass heut der Fotograf da ist. Ob mein Baby diese wirklich fremde Situation gut findet? Wie erwartet wohl nicht, denn es gibt wohl kein Bild von ihr, weil sie nur geweint hat. Ersteres stört mich nicht so, das Weinen schon. Denn musste das sein? Ich finde nach wie vor unseren Kindergarten und die ErzieherInnen dort wunderbar, aber die Organisation hinterfrage ich schon etwas. Trotz des Fotografen und der komischen Situation spielt das Baby danach wohl recht schnell weiter und isst auch Mittag. Immerhin, sie verzeiht wohl schneller als ich.

Freitag

Theoretisch ist es der letzte Tag der Eingewöhnung. Während viele andere KiTas hier vorpreschen und die Kinder nach wenigen Tagen schon den ganzen Tag dort behalten, finde ich gut, dass wir hier langsamer vorgegangen sind als andere. Als ich mein Baby abgebe bin ich überrascht: sie breitet die Arme aus und lässt sich freudig übergeben. Keine Tränen, kein Gemecker. Auch die Erzieherin freut sich und fragt, ob wir es heute doch mit dem Mittagsschlaf versuchen wollen. Ihre eigentlich Bezugserzieherin ist noch mindestens eine Woche krankgeschrieben, also wird es auch in der kommenden Woche nicht entspannter. Ich sage zu, möchte aber bei Problemen sofort angerufen werden. Deswegen gehe ich auch nicht zu einem Event, auf das ich eingeladen bin, um in wenigen Minuten bei ihr zu sein. Wie sich rausstellt: egal, denn sie schlief zwei Stunden lang. Wie? „Na hinlegen und schlafen Frau Berlin.“ Aha. Wenn alle schlafen, legen sich auch die neueren Kinder einfach hin und machen die Augen zu und ich erinnere mich an die Große damals. So ähnlich war es auch bei ihr.

Fazit

Offiziell ist die Eingewöhnung nun vorbei, doch auch in der kommenden Woche wollen wir nach Tageslaune entscheiden, wie lange wir machen. Denn eigentlich muss das Baby bis zu meinem Arbeitsbeginn bis nach dem Vespern dort bleiben. Das machen wir aber langsam und auch nicht immer. Denn wenige Wochen habe ich noch und die Zeit möchte ich ja auch mit den Kindern verbringen. Ich habe mir bewusst mehr Zeit für die Eingewöhnung genommen, da es damals bei der Großen so viel länger dauerte. Umso entspannter hat es mich und auch uns jetzt werden lassen, weil wir keine Eile hatten. Ja, das ist nicht immer möglich, aber wenn, dann sollte man sich und auch dem Kind diese Zeit lassen.

Wie läuft die Eingewöhnung bei dir ab?

Liebe Grüße
Bella

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1 Comment

  • Reply
    tastesheriff
    12. September 2017 at 19:37

    ach meine Liebe! Das ist ja echt ärgerlich bei Euch! Ich wär auch im Brast! Bei uns sind 2 Erzieher für lange Zeit ausgefallen, so dass bei uns die Eingewöhnung von den andern 2 Erziehern gewuppt werden müssen.. Aber es läuft trotzdem rund! Bei uns sind 6 Wochen angesetzt und heute hat sie das erste mal da geschlafen – also erst in Woche 5. aber ich bin happy und denke die kleine meistert das gut! Und ja – hier gibt es leider täglich Tränen… aber sobald ich den Raum verlassen habe, bin ich vergessen. Das tröstet! Drück Dich! <3

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