Geburt Schwangerschaft

Lesetipp: Das Geheimnis einer schönen Geburt von Jana Friedrich

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Seit einiger Zeit beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema Geburt. Nachdem ich nun schon eine Geburt erlebt habe, kann man durchaus sagen: ich suche das Geheimnis einer schönen Geburt. Denn die hatte ich leider nicht. Das mag viele Gründe haben:

  • Ich hatte keine Hebamme, die mir sagte, was zu tun ist oder mir Alternativen bot. Ich hatte eine Hebamme, ja, die war aber eher stumm wie ein Fisch.
  • Ich habe miniberlin in einem Großkonzern zur Welt gebracht, nicht in einer kleinen Klinik oder gar in einem Geburtshaus. Alles musste schnell gehen, Routinen durften nicht gebrochen werden und Zeitpläne wurden unabhängig der Bedürfnisse der Gebärenden gemacht.
  • Ich war zwar vorbereitet, aber dachte damals: es wird schon. Die Hebamme vor Ort wird mir helfen und für mich da sein. Pustekuchen (siehe 1.).

Es mag noch viele weitere Gründe geben, es muss auch nicht immer bei anderen liegen. Vielleicht hatte ich auch die falsche Einstellung. Aber an einer Sache halte ich nach wie vor fest: ich mache mir weiterhin keine (negativen) Gedanken. Auch nicht jetzt, wo ich weiß, was auf mich zukommt. Ich erinnere mich noch gut an die häufigen Fragen meiner Cousine, die immer wieder meinte, ich müsse doch schreckliche Angst haben. Schließlich sei ihren Freundinnen xx oder xy passiert. Nein, diese Gedanken lasse ich nicht zu, auch nicht nach einer vielleicht belastenden ersten Geburt. Lieber versuche ich, die zweite mehr zu beeinflussen. Deswegen lese ich aktuell zwei Bücher zu diesem Thema. Das eine stelle ich euch nun vor.

Das Geheimnis einer schönen Geburt

Jana Friedrich schreibt den hebammenblog, welchen ich sehr schätze. Sie schreibt offen und ehrlich, aber niemals mit Worten, die mich verunsichern oder Angst machen. So auch in ihrem Buch. Während sie auf ihrem Blog auch aktuelle oder kontroverse Themen behandelt, ist ihr Bucht „Das Geheimnis einer  schönen Geburt eine komplette Sammlung an Wissen und Tipps rund um das Gebären. So räumt sie gleich zu Beginn mit einem Gedanken von mir auf: In meiner ersten Geburt wurde ich wohl leider entbunden, ich habe nicht gebärt. Der Unterschied ist winzig und doch klar: ersteres ist passiv und mit wenig Einfluss auf die eigenen Wünsche, zweites ist aktiv und selbstbestimmt. Wie ihr sicher erahnen könnt: ich möchte dieses mal gern gebären!

Jana stellt in ihrem Buch viele Basics detailliert vor. So beschreibt sie die unterschiedlichsten Geburtsorte, ohne Kritik sondern mit klaren Vor- aber auch Nachteilen. Sie entfernt sich aber auch von pauschalen Aussagen wie „In einer kleinen Klinik ist es persönlicher und individueller“.

Die Qualität der Betreuung steht und fällt immer mit dem aktuellen Personalschlüssel. (Jana Friedrich)

Wenn man schon weiß, wo und wie man entbinden will, kann diese Inhalte überblättern. Trotzdem geben sie einen Eindruck, welche Möglichkeiten der Geburt es heute (noch) gibt.

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Individuell: erstelle deinen Geburtsplan uvm.

Neben vielen Informationen bleibt auch viel Raum für eigene Gedanken und Wünsche. Jana bietet viele Handouts und auch Vorlagen an, um z.B. einen individuellen Geburtsplan zu erstellen. Der ist nicht nur für mich sinnvoll, sondern auch für den Partner, die Klinik und die Hebamme. Ich halte es nun sogar für sinnvoll, einen „Plan“ in der Tasche zu haben, denn bei miniberlins Geburt hatte ich während der Klinikanmeldung auch viele Wünsche geäußert. Ich bezweifle, dass dieses Blatt je jemand gelesen hat. Nun müssen sie diesen Plan zumindest einmal in die Hand nehmen. Trotzdem möchte ich es mit der Planung im Vorfeld so gering wie möglich halten. Warum? Weil vieles einfach immer anders kommt, als man denkt. Woher soll ich jetzt wissen, ob ich wirklich auf dem Ball sitzen möchte während einer Wehe? Vielleicht finde ich Wasser doch recht angenehm? Wer weiß.

Eine Geburt kann niemand perfekt planen. Nimm es einfach so, wie es kommt und mach das Beste draus. (Jana Friedrich)

Angst oder nicht Angst? Über den Umgang mit Ängsten vor der Geburt

Während ich vor miniberlins Geburt wenig konkrete Ängste hatte, habe ich nun eine ganz bestimmte: die Angst vor Fremdversagen und den Verlust meiner Selbstbestimmtheit. Auch auf diese Angst geht Jana ein. Doch ich bin mir unsicher, in wie weit die Ärzte bzw. die Hebamme auf meine Wünsche und Äußerungen in dem Moment eingehen werden, wenn ich meine Gefühle sage. Ich werde es auf jeden Fall versuchen, doch trotzdem muss auch ich mir im Hinterkopf behalten: Das Team versucht, vor Ort das Beste für mich und mein Baby zu tun. Ich hoffe einfach, dass meine Wünsche dabei nicht absichtlich und aus Routine auf der Strecke bleiben und ich genügend Spielraum behalte.

Ein Buch für Erstgebärende…und auch die zweiten und dritten

Im Verlauf des Lesens merkte ich manchmal, dass ich viele Dinge schon weiß. Oft hatte ich aber auch kleine Aha-Erlebnisse. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass miniberlins Geburt erst zwei Jahre her ist oder ich Janas Blog und auch viele andere regelmäßig lese. Trotzdem finde ich das Buch perfekt für Erstgebärende, denn es erklärt die unterschiedlichsten Arten der Geburtsvorbereitungskurse, Geburts-Start-Szenarien oder auch welche Schmerzmittel es unter der Geburt gibt. Alle Phasen der Geburt werden beschrieben, sowie natürliche Methoden hinterfragt, um die Geburt einzuleiten. Alles in allem eine tolle Sammlung geballten Wissens rund um die Geburt. Was ich auch als Zweitgebärende immer wieder praktisch finde und mir auch noch einige Male durchlesen möchte: Jana erklärt zahlreiche Gebärpositionen und gibt Tipps für die Atmung unter der Geburt. Denn ja, das vergisst man in der Situation als erstes. Der Wunsch „Ich bringe mein Kind sitzend oder kniend zur Welt“ ist schnell vergessen, die Atmung ist aus dem Rhythmus und die Hebamme (wie bei mir) ist alles andere als hilfreich. Da ist es schon gut, wenn man diese Sachen nochmal irgendwo zu stehen hat. Denn einmaliges hören im Geburtsvorbereitungskurs reicht nicht aus. So möchte ich diese Kapitel auch nochmal herrberlin geben, dass auch er mir Vorschläge machen kann. Ob und wie ich sie annehme, steht auf einem anderen Blatt.

Affirmationen und Mantren unter der Geburt

Etwas, was ich bei miniberlins Geburt nicht hatte und auch nicht kannte sind Affirmationen. Kleine Sätze und motivierende Worte, die mir unter einer Wehe helfen sollen. Motivation ist alles! So können diese bildliche Dinge sein wie „Die Wehe ist eine Welle und treibt mich voran“ oder aber konkret wie „Mein Körper ist locker und entspannt“. Ich bin mir noch nicht sicher, welche Affirmation mir unter der zweiten Geburt helfen soll, aber ich weiß, dass ich mir eine kleine Auswahl zusammen stellen werde. Jana gibt viele Vorgaben, diese regen aber auch an, weitere und für sich allein passende Mantren zu finden. Gerad unter Schmerzen ist vielleicht nicht jeder Satz und Gedanke passend und förderlich.

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Über den Schmerz

Ich habe nun schon zwei Vorbereitungskurse hinter mir. Einen vor miniberlins Geburt und einen vor kurzer Zeit. Der erste war für Erstgebärende. Als es damals um Schmerzen ging, wurden Wehen oft mit Zahnschmerzen oder Rückenschmerzen verglichen. Beim jetzigen Kurs unter zweitgebärenden waren diese Vergleiche kein Thema mehr. Es wurde so schnell deutlich, dass alle unterschiedliche Schmerzen hatten und diese so individuell wahrgenommen wurden, dass es einfach keine Vergleiche gibt. Und auch dieser Meinung ist Jana. Sie führt keine einfachen Vergleiche an, denn diese stimmen im Zweifel eh nicht. Im Gegenteil, sie motiviert sogar noch beim sonst eher negativen Thema Schmerz:

Freue dich auf die erste Wehe und tritt ihr unterschrocken und entspannt entgegen. Behalte dabei im Hinterkopf, dass jede Wehe dich der Begegnung mit deinem Kind ein Stückchen näher bringt (…).

Jana gab mir viele Anstöße zum Nachdenken. Zusammen mit dem Vorbereitungskurs und meinen Erfahrungen aus der ersten Geburt, habe ich klarere Vorstellungen zur kommenden Geburt und bin gespannt, wie sich das unter der Geburt gestalten wird.

Deine Geburt gehört dir! Und wenn du selbstbestimmt gebären willst, musst du erkennen, was du willst und was du brauchst. (Jana Friedrich)

Wie seid ihr an eure Geburten rangegangen? Hattet ihr vorher klare Vorstellungen? Und wie habt ihr diese unter der Geburt „umgesetzt“ bzw. erlebt?

Liebe Grüße
eure Bella

Das Buch „Das Geheimnis einer schönen Geburt“ von Jana Friedrich könnt ihr euch als ebook herunterladen.

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4 Comments

  • Reply
    Meta
    25. Mai 2016 at 22:52

    Hast du schon mal überlegt, eine Beleghebamme zu suchen? Ihr kannst du alle deine Wünsche vorher sagen und sie ist dir vertraut und du erlebst keine böse Überraschung bei der Geburt … Wäre das was für dich? LG, Meta

    • Reply
      familieberlin
      25. Mai 2016 at 22:55

      Theoretisch ja, aber leider habe ich keine mehr bekommen. Deswegen muss ich nun meine eigenen Wege finden. Wird schon werden! LG Bella

  • Reply
    nina
    14. Juni 2016 at 15:59

    Hi familieberlin,
    Wehen mit Zahnschmerzen zu vergleichen, finde ich nicht so hilfreich, da das negativ besetzt ist. Es ist bei mir schon ein paar Jahre her, aber Wehen sollten doch eher als positive Hilfe verstanden werden. Sie sind nötig um zu gebären, man braucht sie, sie helfen einen Menschen auf die Welt zu bringen. Es ist eine Urkraft die da abläuft und davor kann man Respekt haben, aber Angst braucht man nicht zu haben.

    Jede Geburt ist anders und jeder erlebt sie auf seine eigene Art und Weise.
    Trotzdem würde ich gerne meine Erfahrungen teilen. Ich habe zwei Geburten erlebt, beide sind gut gewesen und für mich überwältigend. Beide im Krankenhaus und ohne Beleghebamme. Mein Mann war dabei, um aufzupassen und das erste Kind war sicher bei einer Freundin versorgt.

    Wie ich rangehen wollte:
    Ich habe bei der ersten Geburt gemerkt, dass der Körper irgendwann die Kontrolle übernahm, logisch: es wird seit Urzeiten geboren und der „Mechanismus“ gehört quasi zu unserer „Serienausstattung“. Bei der zweiten Geburt wollte ich das aktiv unterstützen. Wehen kannte ich schon von der ersten Geburt. Diesmal wollte ich sie nicht nur aushalten, sondern da irgendwie „mitmachen“.

    Wie es war:
    Mein Mann war schon nach relativ kurzer Zeit eingeschlafen, das Personal irgendwo unterwegs. Und ich? Hatte nun (eigentlich ungeplant ;)) freie Bahn und habe alles gemacht, wonach mir war. Ich stakste breitbeinig durch den Flur, kreiste mit den Hüften, sprach mit dem Kind im Bauch und begrüßte jede Wehe mit einem tonlosen „Singsang“ der mir irgendwann entfleuchte (irgendwie so: ah ha ha ha).
    Dieses in den Körper horchen und machen was mir in den Sinn kam, hat so gut funktioniert, dass die Hebamme, die irgendwann doch mal nachschauen kam, recht überrascht war, wie weit die Geburt schon war.
    Bei der anschließenden ‚Press-Phase‘ war sie dann ganz bei mir. Ich habe vorgegeben in welcher Stellung ich sein wollte und das ich keine Kleidung auf der Haut haben wollte. Und dann habe ich mich auf Ihre Ansagen und Anweisungen verlassen. Aber selber auch nachgefragt (wie weit ist es schon?, soll ich jetzt pressen? …). Selbstverständlich war mein Mann auch wieder wach und hat mit Argusaugen gewacht. Welche Sachen dem Baby gegeben werden sollten, hatten wir vorher besprochen und während ich duschte, hielt er den neuen Menschen sicher im Arm.

    Eine Geburt ist immer in sehr große Leistung. Diese hier lief so kraftvoll und positiv, ich war sehrsehr stolz. Und bin es immer noch.

    Dies waren meine Wohlfühlfaktoren:

    Sicherheit
    -> Der Mann als Vertrauter, der meinen Willen kennt und im Notfall für mich entscheiden kann
    -> Ein Krankenhaus das einen guten Eindruck gemacht hat und im Notfall die richtige Technik hat
    -> Eine gute Vorbereitung was das erste Kind betrifft und die ersten Tage danach
    -> Das Wissen, dass ich das schon einmal geschafft habe

    Selbstbestimmtheit:
    -> Ohne Scham, weil unbeobachtet, das zu tun was mir förderlich scheint.
    -> Das Krankenhaus nach meinen Gesichtspunkten ausgesucht zu haben
    -> Verständnis von Mann und Hebamme, die Gebährende ist die absolute Chefin 🙂

    Ich wünsche Dir alles Gute für die Geburt!
    Nimmt Dir einen starken, vertrauten Verbündeten mit. Gib Anweisungen. Vertrau auf Deine Natur. Du bestimmst. Du schaffst das.

  • Reply
    Happy Birthday to me - 5 Jahre Hebammenblog - Hebammenblog.de
    13. April 2017 at 07:04

    […] Bianca Berlin – Familie Berlin […]

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