Mamasein

Achtsamkeit als Mutter: Ein neuer Alltag muss her

Ihr erinnert euch an meine ersten Beiträge? An einem Tag im März war meine Kraft am Ende und ich merkte: So geht es nicht weiter. Was habe ich bisher gemacht? Ich habe gemerkt, wo meine Alltagsfallen und Zeitfresser liegen. Kraftlos war ich aber nicht wegen „der anderen“, nicht wegen der Kinder oder äußeren Gegebenheiten. Ich hatte keine Kraft mehr, weil ich falsch agierte. 

Meine Fehler waren schnell gefunden

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Ich packte mir zu viel in einen Tag mit dem Anspruch, all das schaffen zu müssen. Das tat ich natürlich nicht, was meine innere Unzufriedenheit steigerte und mir somit noch mehr Kraft raubte. Ihr seht, der Kreislauf war perfekt. 

Was kann ich also tun? Ich hatte geschaut, was ich am Tag alles (versuche zu) schaffe. Das war viel, aber das Ergebnis war ernüchternd. Demnach lag es nun an mir, was und wem ich Raum gebe an einem Tag und was ich getrost fallen lassen kann. Es liegt nicht mal daran, was ich fallen lassen kann, sondern was ich vielleicht verschiebe oder  anders plane und den Dingen so allein mehr Raum gebe. Das führte am Ende zu einer höheren Effizienz, auch wenn es in meinem Denken eher um mich als um meinen Job geht. 

Was sich an meinem Alltag änderte

Um Dinge zu integrieren, die mir mehr Kraft geben und mir persönlich wichtig sind, müssen andere Dinge weichen. Denn nach wie vor hat auch mein Tag nur 24 Stunden. Da ich viele Dinge parallel versuchte und so nicht nur den Fokus und meine Aufmerksamkeit zerteile, ist mein erster Ansatz, Dinge nur noch allein zu tun und vor allem bewusster. Konkret:

Sind die Kinder da, arbeite ich nicht mehr stückweise und „mal eben nebenbei“.
Wenn ich arbeite, versuche ich nicht noch parallel den Haushalt zu wuppen.
Allgemein: Ich muss meine Arbeitszeiten und -tage anders strukturieren.

Private Termine schiebe ich nicht mehr mitten rein, seien es Arzttermine oder ein freundschaftlicher Kaffee zwischendurch. 
Um mich abends nicht mehr zu zerreissen und mit einem unzufriedenen oder ungenügendem Gefühl ins Bett zu gehen, arbeite ich nicht mehr. Außer, die Kinder schlafen vor acht. 
Alle Devices, also Handy, Tablet oder Laptop sind bis 21:30 aus, so dass ich vor dem Schlafen noch eine Stunde ohne das alles habe. 
Ich gehe bis spätestens 22:30 Uhr ins Bett. 
Mein Wecker klingelt um 5:30 Uhr, um vor den Kindern noch 30 Minuten für Yoga oder Meditation zu haben und so langsam in den Tag zu starten. 

Neben all den strukturellen und teils organisatorischen Änderungen hat sich aber auch in meiner Ernährung und dem Sport einiges verändert. Ich ernähre mich zu großen Teilen zuckerfrei. Ich verzichte auf fertige Produkte, esse am Morgen vollwertig mit viel Getreide und frischem Obst, koche am Mittag frisch und verzichte auf das viele Snacken zwischendrin. Das hatte mich teilweise echt träge gemacht, denn mein Bauch war immer voll und beschäftigt. Das merkte ich schnell im Kopf, denn der war wie mit Watte gefüllt. 

Was also kannst du tun? Entferne deine Alltagsfallen

Du hast nun eine Ahnung, wie mein Tag aussieht. Aber passt das auch zu dir? Wenn deine Kinder sowieso gern lange schlafen, brauchst du nicht um 5:30 Uhr aufstehen. Gehen sie früh und oft planbar ins Bett, kannst du am Abend sicher noch eine Stunde konzentriert arbeiten.

Mein Alltag muss nicht dein Alltag sein.

Wenn du also herausgefunden hast, wo das Problem und das „Zuviel“ im Alltag liegt, fange an zu entschlacken. Denn auch wenn uns gerne suggeriert wird, das wir multitasken können und so viele Dinge mal eben nebenbei machen könnten: Das klappt nicht. Ich kann keine Texte schreiben, wenn sich neben mir zwei Kleinkinder um ein Auto streiten. 

Das hört sich nun alles wahnsinnig entspannt und einfach an. Die Mutti arbeitet hier weniger und spielt da mehr mit den Kindern und am Ende geht sie früh ins Bett. Ist es aber nicht. Denn in der Zeit, in der ich arbeiten kann und muss, arbeite ich mehr, strukturierter und mit strengem Plan. Nur so kann es funktionieren. Ich habe mir Slots geschaffen, in denen ich den Haushalt mache und wann ich mich welchem Projekt widme. Dazu folgt auch bald ein Beitrag. Am Ende erfordert es sehr viel Disziplin und wenn man kein ausdauernder Mensch ist, kann man den positiven Effekt auch schnell vermissen. Doch das Durchhalten und immer wieder auf sich besinnen und vor allem das sich und seinen Alltag hinterfragen zahlt sich aus. Denn bald sind neue und ungewohnte Dinge Routine und kleine Inseln für sich selbst entstehen. Und sei es Yoga um 5:30 Uhr.

Und selbst wenn nicht: Niemand erwartet, dass ihr von nun an zu 100 Prozent und 24/7 achtsam lebt. Im Gegenteil: An stressigen Tagen, kurz vor dem Urlaub, mit kranken Kindern oder oder oder falle auch ich wieder zurück in die „Ich schaffe nix, alles ist doof, ich kann nicht mehr“-Phasen, ernähre mich von Schokolade und ignoriere morgens den Wecker bis die Kinder laut motzen und ich mich ebenso motzend aus dem Bett schwinge. Das ist in dem Moment eine Kurzschlusshandlung und erscheint mir richtig, fällt mir aber Stunden später auf die Füße. Doch auch das ist ein Prozess, den es zu verstehen gilt.

Weitere Beiträge der Reihe:
Teil 1: Hallo Ich – Achtsamkeit als Mutter?
Teil 2: Finde deine AlltagsfallenAchtsamkeit
Teil 3: Ein neuer Alltag muss her

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