Kindergarten

Start in den Kindergarten: Über Wehmut und einen Neuanfang?

Eigentlich war ich ganz cool. Zweites Kind, zweite Eingewöhnung…das läuft. Dachte ich. Während ich bei der Großen schon Wochen vorher aufgeregt und auch sehr wehmütig war, blieb es diesmal aus. Bis jetzt. Gestern Abend traf mich die Jammerkeule mit voller Wucht und seitdem möchte ich sie nicht gehen lassen, mein Baby.

Ganz cool.

Ehrlich gesagt habe ich mich etwas über mich selbst gewundert. Ich kann doch nicht wirklich so cool sein, oder? Oft habe ich in mich reingehört und geschaut, ob da nicht doch etwas ist: Unsicherheit, Sorge, Wehmut, Freude? Ja, auch freuen kann man sich auf den Kindergarten. Aber nein, da war nichts. Ein cooles Herz, was gelassen nickte, wenn das Thema auf den Tisch kam. „Das wird schon.“ Ich begründete meine Gelassenheit mit dem Wissen, was ich durch die Große habe. Schließlich ändert sich ja nichts, das Kind ist noch das gleiche, je nachdem muss sie ja nicht lange in den Kindergarten.

Nett gedacht, aber eben falsch. Als ich dann gestern Abend  so da saß und die Wehmut über mir zusammenbrach, wusste ich, warum ich bis dato so ruhig war. Wir waren im Urlaub, auf Hochzeiten, bei den Großeltern und wieder im Urlaub. Wir waren immer unterwegs, haben was erlebt und Zeit miteinander verbracht. Wir waren so beschäftigt mit dem Beisammensein, dass dieses leichte Stechen im doch nicht so kalten Herzen gar nicht aufkam. Denn so kalt ist es nicht, es war nur übervoll mit Liebe und Zeit und tollen Momenten, die es festhalten wollte.

Und dann kommt der Dammbruch

Doch als wir gestern nach Hause kamen, nach vier Wochen Urlaub und Abenteuer, da war er plötzlich da, der Alltag. Er stand in der Küche und begrüßte mich mit Wäschebergen, Rechnungen und Mails. All das, was im Urlaub keinen Platz hatte. Ich schaute mein kleines Baby an, was eigentlich keines mehr ist. Sie saß in Gedanken versunken da und sortierte irgendwas von A nach B und schaute immer wieder lachend auf. Meine Kleine, die schon so groß ist, so viel kann und mich doch braucht. Sie suchte meinen Blick und fand ihn. Zwar mit Tränchen darin, aber immerhin. Sie kam freudig auf mich zugekrabbelt und hat ihre kleinen Ärmchen um mich geschlungen, mit ein feuchtes „Mamamammm“ auf die Wange gedrückt. Da wusste ich, ja, es ändert sich was, aber ein Glück nicht alles.

Wir beginnen nun mit der Eingewöhnung in den Kindergarten. Eine zweite Eingewöhnung von der ich mir wünsche, dass sie um so vieles besser wird als die erste. Ob das so wird, ich weiß es nicht. Aber ich werde euch mitnehmen und ein kleines Tagebuch schreiben, wie schon bei der Großen damals. Seit gespannt, ich bin es allemal.

Was hat euren Kindern und ja, auch euch die erste Zeit erleichtert?

Liebe Grüße
eure Bella

Wie die Eingewöhnung der Großen war, könnt ihr übrigens hier nachlesen.

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