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„Bei miniberlin war das aber nicht so!“ – Über den Unterschied von Kindern

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Als ich babyberlin das erste Mal im Arm hielt, die ersten Freudentränen weg waren und wir uns beide eingehend musterten, dachte ich:

„Krass, du bist die Kopie deiner großen Schwester!“

Seit diesem Moment sind über vier Monate vergangen und ich ertappe mich noch ab und an bei dem Gedanken, dass manche Sachen bei ihrer großen Schwester aber nicht so waren. Das ist ok, doch manchmal frage ich mich, ob es das wirklich ist: der Vergleich zweier Menschen, die unterschiedlicher nicht sein können! Ich habe da dieses kleine große Mädchen daheim, die manchmal so verletzlich und ängstlich wirkt. Ich möchte sie am liebsten in eine kleine Schatulle legen und für immer beschützen. Und dann ist da unser kleines Baby, was natürlich den Schutz von uns braucht.

Verwandt und doch so verschieden

Aber schon jetzt ist sie unerschrockener als ihre große Schwester. Wir müssen sie nicht vor jedem Nieser warnen, bei dem ihre Schwester als Baby schon vor Schreck weinte. Wir müssen sie eher vor sich selbst beschützen. Wenn sie auf dem Wickeltisch liegt und mit der Ferse auf die Kante donnert. Von Schmerz keine Spur. Sie sammelt Kraft, um noch doller drauf zu hauen und dabei laut zu lachen. Sie lacht schon, wenn ihre Schwester quietschend ankommt und kann sich nicht satt sehen an allem, was um sie rum passiert. Und genau in diesen Momenten wird mir bewusst:

„Du bist keine Kopie deiner Schwester, du bist DU!“

Klar gibt es Gemeinsamkeiten, Ähnlichkeiten – sie sind ja auch miteinander verwandt! Sie gucken sich Dinge voneinander ab, eifern einander nach und haben natürlich dieselben Gene. Und doch ist die eine nicht die andere. Sie sind so unterschiedlich in ihren Gemeinsamkeiten, das merke ich schon als Baby. Und während die Großeltern gern die Bilder nebeneinander legen und die großen Ähnlichkeiten suchen, so sehe ich als Mama jedes meiner Kinder auch allein. Ich sehe, wie unterschiedlich ihre Nasen sind. Dass miniberlin himmelblaue ruhige Augen hat, die ihrer Schwester erinnern mich eher an ein tobendes Meer. Sie haben beide so einen schönen Knutschmund und doch… jeder ist anders. Das Baby wird sich vielleicht später über die etwas größeren Ohren ärgern, die Große findet ihren ersten Leberfleck über dem Auge vielleicht irgendwann nicht schön.

Jedes Kind verdient, gesehen zu werden

Und meine Aufgabe als Mama ist es, sie in diesen Unterschieden wahrzunehmen und zu bestärken. Denn es muss keine wie die andere sein! Ich sehe ihre Schwächen und halte sie fest. Ich sehe ihre Stärken und unterstütze sie. Das Wichtigste ist doch, SIE zu sehen – jede für sich. Und doch glaube ich auch, dass es das Schwerste ist, gerad wenn sie älter werden. Nicht zu sagen „Aber deine Schwester war besser in Mathe.“ oder „Die Kleine läuft aber schneller als du.“ Was bringt es dem einen, wenn der andere besser war, größer ist, sensibler wirkt? Das Messen und Vergleichen werden sie schon allein bemerken, zwischen sich und anderen Kindern. So ist es doch gut, wenn sie jemanden haben, uns haben, die sie als das sehen, was sie sind: SIE!

Wie ist es bei euren Kindern? Sind sie sich sehr ähnlich? Vergleicht ihr viel?

Liebe Grüße
eure Bella

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8 Comments

  • Reply
    Cornelia
    10. November 2016 at 13:15

    Oh,wie witzig und rührend zugleich! Bei uns ist es ähnlich, um nicht zu sagen sehr ähnlich! Die Kleine ist unerschrockener und ihre Zeichen sind für mich tatsächlich besser zu lesen, so dass sie irgendwie einfach zufriedener ist. Aber genau das hat uns die Große ja auch alles mühsam beibringen müssen.
    Die Nasen sind auch total unterschiedlich und bei den Augen müssen wir mal abwarten, ob da auch noch die goldenen Sprenkel der Uroma kommen.
    Liebe Grüße
    Cornelia

  • Reply
    Sabine
    10. November 2016 at 13:33

    Liebe Bella, schön dass du auf sowas achtest ☺ Du bist wirklich einfühlsam mit deinen Kindern und gibst ihnen alles was sie brauchen. Es ist sicherlich nicht leicht sich solche Sachen immer wieder bewusst zu machen. Man fällt wahrscheinlich oft ins Schubladendenken, auch ungewollt. Weil man angeblich ja auf Schubladendenken ausgerichtet ist als Mensch, was ja nicht zwangsläufig immer nur schlecht und pfui ist. Du machst das ganz toll und ich lese immer gerne bei dir, weil du deine Kinder unterstützt und hilfst wo es notwendig ist und ihnen auch ihre eigenen Erfahrungen machen lässt.

    Liebe Grüsse

    • Reply
      familieberlin
      10. November 2016 at 13:41

      Danke, das freut mich wirklich sehr. Es ist nicht immer alles rosig und Sonnenschein, aber ich gebe mir größte Mühe. Wie wohl jede Mama. 🙂 Liebe Grüße!

  • Reply
    Sari
    10. November 2016 at 13:46

    Das ist uns bei unseren Jungs auch aufgefallen. Sie sind zwar optisch am Anfang total weit auseinander gewesen (der Große sieht aus wie ich, der kleine wie sein Papa), aber waren vom Verhalten her ziemlich ähnlich was Schlafen, Essen usw… angeht. Glück gehabt, sage ich da nur. Aber inzwischen formt sich mehr und mehr der Charakter unseres Kleinen und obwohl die Brüder sich gegenseitig vergöttern, werden sie immer unterschiedlicher. Das finde ich total spannend!

    • Reply
      familieberlin
      10. November 2016 at 13:49

      Genau, spannend ist es. Wie Menschen sich entwickeln, wenn sie so viel zusammen sind, das gleiche Erbgut haben und oft denselben Umgang. 🙂

  • Reply
    anja
    10. November 2016 at 13:57

    Hallo Bella. Tolles Thema.. Beschäftigt mich auch immer wieder mal. Am Anfang habe ich sehr viel verglichen (meine Mädels sind so alt wie deine). Da kommt ein neues Menschlein, das man nicht kennt und man hat schon ein so wundervolles kleines Wesen zu Hause, das man liebt und sich vollkommener nicht vorstellen kann. Klar war da der Wunsch, dass das baby der Großen ähnlich ist. Aber mit jedem Tag, den unser Babymädchen mehr auf dieser Welt in unserer Mitte ist, merke ich, ich brauch keine Gemeinsamkeiten zu suchen, damit auch sie toll ist. Sie haben die gleichen Augen, unverkennbar, aber ihre Blicke sagen was anderes. Und sie haben 1:1 das gleiche Lachen. Aber lachen über andere Dinge. Im Wesen könnten sie unterschiedlicher nicht sein. Das stelle ich jeden Tag fest (was natürlich auch ein Vergleich ist). Und sie sind beide perfekt. So wie sie sind. Aber Vermutlich werde ich immer wieder mal vergleichen und für mich feststellen, was denn da so gleich und anders ist.. Aber das Wichtige ist ja, dass man die Mädels das nicht spüren lässt. Liebe Grüße! Anja

  • Reply
    Warum es so wichtig ist, Kinder als Individuen zu behandeln - Verflixter Alltag - Kuriositätenkabinett einer Mama-Bloggerin
    26. Dezember 2016 at 20:10

    […] las ich diesen Artikel von „Familieberlin“ über die Unterschiede von zwei Kindern. In mir kamen Erinnerungen hoch, die ich die Woche zuvor in einem Gespräch mit einem lieben […]

  • Reply
    isabelle
    5. Januar 2017 at 00:51

    Liebe Bella, ich habe diesen schönen Text gerade erst entdeckt. Mein Sohn (4,5) und mein Mädchen (1) sehen sich laut den Aussagen aller unheimlich ähnlich. Mir geht es wie dir,nach der Geburt war ich baff und dachte so wie du. Aber ganz schnell habe ich angefangen ihre Unterschiede zu sehen. In meinen Augen so groß. Äußerlich und innerlich. Ich finde das großartig und bin so neugierig und gespannt. Mich nervt es auch zu hören „Wie der E.als Mädchen sieht sie aus“…..aber nunja. Ich gabe gehört,dass die zweiten Kinder gerne in die Nischen gehen,die die ersten nicht füllen. Ob da was dran ist? Spannend bleibt es jedenfalls sehr sehr sehr.
    LG

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