Geburt

Eine schöne Geburt: babyberlin kommt zur Welt

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Lange habe ich gehadert, nun ist er da: mein Bericht über babyberlins Geburt. Er ist unspektakulär, aber auch so sind Geburten – einfach und schön!

babyberlin macht sich auf den Weg

Meine größte Sorge war im Vorfeld: wo wird miniberlin sein und wie wird sie damit umgehen? Die Sorgen waren so präsent, dass ich nachts wenig schlief. Geht es jetzt los? Wie lang bräuchte meine Mama bis zu uns und würden wir es so lang daheim aushalten? Am Ende passierte das, was meine Hebamme vorhersagte: Babys machen sich erst richtig auf den Weg, wenn die Mutter weiß, dass die Großen gut versorgt sind. Und so begannen die ersten Wehen morgens um 8:30 Uhr, als miniberlin im Kindergarten war. Ehrlich gesagt dachte ich auch, die ersten Wehen gehören noch zur Verdauung oder ich habe mich etwas im Rücken verlegen. Pustekuchen. Als der Schmerz regelmäßiger wurde, war mir klar: heute kommt ein Kind zur Welt. Der Mann war währenddessen mit einem Bekannten am Schnacken und bemerkte meine regelmäßige Abwesenheit nicht. Noch ging es auch ohne Atmen und solang ich noch reden konnte, war alles gut.

Gegen 12 Uhr war es jedoch an der Zeit, auch mal in mich zu gehen während dieser nun deutlichen Wehen, so dass ich dem Mann nur wortlos Autoschlüssel und Tasche in die Hand drückte. Meine Worte: Quatsch nicht, frag nicht, fahr einfach nur! Er war bis dato mit unserem Bekannten im Garten, während ich drinnen alles vorbereitete: Tasche holen, alles für meine Mama bereitlegen, dass sie miniberlin ins Bett bringen kann und…ja und mich von meinem kleinen Mädchen zu verabschieden, die nun die Große sein würde. Ich stand in ihrem Zimmer, Hüfte kreisend und Tränen in den Augen. Das hier würde nun heute Abend nicht mehr nur ihr Zimmer sein, ich nicht mehr nur ihre Mama. Diese Gedanken trafen mich in dieser Situation so hart, dass ich unter Tränen im Auto saß. Niemand verstand mich, mein Mann dachte, die Schmerzen seien so schlimm. Aber nein, es war der Abschied von mir als „Einfach-Mama“ und von meinem kleinen Mädchen. Kennt ihr das?

Zweitgebärende werden wohl immer vergessen?

Als wir um 12:30 Uhr in der Klinik ankamen, durfte ich – wie wohl jede– erstmal ans CTG. Der Muttermund war erst bei 2-3 Zentimeter. „Das muss noch etwas“, meinte die Hebamme. Also ab ans CTG. Doch lang hielt ich es nicht im Sitzen aus. Die Wehen wurden stärker und ich musste mich bewegen. Das war schwer mit Kabeln am Bauch, doch mir egal. Ich stand auf und lief wie ein Tier an der Leine in meinem Radius. Anscheinend brauchen Zweitgebärende weniger Aufmerksamkeit, denn wir wurden erst um 14 Uhr wieder von einer Hebamme „bemerkt“, als mein Mann fragte, ob wir vergessen wurden. Endlich wurde ich von den Kabeln befreit und wir durften spazieren gehen. Nach und nach wurden die Wehen stärker, so dass ich in der Kantine der Klinik etwas…äh auffällig wurde.

Denn der Mann hatte einen Plan: ich durfte keine Kräfte verlieren. Bei meiner ersten Geburt war ich schnell am Ende meiner Kräfte, da ich wenig aß und mich zu viel bewegte. Also kaufte er mir belegte Brote, Obst und Säfte. Weise ist er, mein Mann. Denn all das brauchte er später, während ich in den Wehen lag. Als wir um 15:30 Uhr wieder im Kreißsaal ankamen, durfte ich auch bleiben. Der Muttermund war zwar nur 5-6 Zentimeter auf, aber den Rest würde ich auch noch schaffen. Mittlerweile gab es eine neue Hebamme, die, wie sie meinte „mit mir dat Kind auf die Welt bringt“. Sagen wir es mal so: gesehen habe ich sie nicht viel.

Ich wusste, was ich wollte

herrberlin und ich waren zu 90 Prozent allein im Kreissaal. Schlimm war es nicht, denn diesmal war ich vorbereitet und wusste, was ich wollte und auch konnte. Also stand ich, kreiste die Hüften und fing an, die Wehen laut zu veratmen. Als die Hebamme zwischendrin doch einmal kam und meinte, es passiert nicht so viel, spornte es mich an.

„Ich kann das, ich schaff das!“

Da ich nicht mehr soviel Kraft zum Stehen und Laufen hatte, ging ich in den Vier-Füßler-Stand und schrieb Achten. Wieviele? Keine Ahnung. Aber wäre es ein Check gewesen, wir wären Trillionäre oder so. Als die Hebamme wieder kam, da ich mich „anhörte, als wäre es ma bald soweit“, war sie zufrieden. Nun würde es nicht mehr lange dauern. Als wir in den Kreissaal gingen, hatte ich mir gewünscht, um 20 Uhr mein Baby zu haben. Nun war es noch nicht einmal 18 Uhr und wir sind gleich durch? OK… Da die Wehen aber wirksamer sein sollten, wollte die Hebamme gern einen Wehentropf legen. Doch den wollte ich auf keinen Fall. Zu sehr hatte ich diesen Tropf noch in Erinnerung…und alle anderen Dinge, die durch den ungewollten Zugang liefen. Als Alternative bot sie mir an, die Fruchtblase zu öffnen, da diese nicht springen wollte. „Dann geht es wirklich ganz schnell!“ Mit letzterem Wort hatte sie mich, denn ja: es tat weh und ich konnte nicht mehr. Im Nachgang fragte mich meine Wochenbett-Hebamme, ob die es in der Klinik eilig hatten. All das hätte nicht sein müssen. Aber mir war es egal, denn ich fand es ok.

„Es sind doch nur besch*** Wellen!“

Ich war in der Phase der Geburt angekommen, die jede Hebamme gern hat und die ich erst mit dem zweiten Kind zu schätzen lernte und so herbeisehnte: die Scheiß-Egal-Phase. „Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr, wir gehen jetzt nach Hause“, waren wohl die Stichworte für meine Hebamme. Was ich vorher immer als Wellen in der Geburt annahm und mitmachte, fühlte sich nun an wie ein kräftiger Sog, den ich nicht mehr lange aushalten würde. Ich hatte es oft gedacht in den Stunden davor, aber nie so gemeint. Jetzt meinte ich es aber sowas von! Ich hörte nur die Tür, der Arzt kam herbei und ich durfte pressen. Ja, ich sollte sogar, was mir in der ersten Geburt lange nicht erlaubt wurde. Und schneller als gedacht, war sie da: mein Baby! herrberlin war die ganze Zeit dabei, hielt meinen Kopf und meine Hand und auch er wusste, was zu tun ist. Das beruhigte! Als mir babyberlin auf die Brust gelegt wurde, war ich der wohl glücklichste Mensch der Welt. So fühlte es sich an. Dichte schwarze Haare, wache Augen und…Ruhe. Ganz eng kuschelte sie sich an mich, legte gleich ihren Kopf an und fand schon wenige Minuten nach der Geburt meine Brust zum Trinken. Niemand nahm sie mir weg, keiner wollte die U1 machen. Alles war entspannt.

3650g pure Liebe! Was will man mehr?

Sollte dieser Bericht zu konfus sein, verzeiht es mir…denn ich habe lange dran geschrieben, viel gelöscht, viel verändert. Hilfreich soll er sein und zeigen, was Frau alles kann, wenn sie es will. Dass es auch anders kommen kann als man es plant, weiß ich zu gut. Und trotzdem soll mein Bericht der ein oder anderen Hoffnung machen. Dass es geht und dass es ok ist, wenn es nicht in 20 Minuten geschafft ist und trotzdem auf eine bestimmte Art schön ist!

Liebe Grüße
eure Bella

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8 Comments

  • Reply
    larstinenoahowen
    7. September 2016 at 07:46

    Hallo Bella,
    ein sehr schöner Bericht.
    Allerdings gelobe ich mir meine Beleghebamme, denn sie war die gesamte Zeit – von Schwangerschaftbeginn bis Wochenbett bei mir. Schade, dass es so wenige nur noch gibt.
    Genieße Deine Schnuppis.
    C

  • Reply
    Sarah - Schwesternliebeundwir
    7. September 2016 at 10:29

    Ein wirklich schöner Bericht! Hast du schlussendlich gar keinen Zugang bekommen? Ich wollte bei Emmi damals keinesfalls einen und es wurde dann gesagt, sie müssten das immer machen für den Notfall…

    • Reply
      familieberlin
      7. September 2016 at 12:37

      Ich habe mir keinen legen lassen…sie haben aber auch nie danach gefragt. Da ich keine Schmerzmittel usw. wollte, stand es nicht weiter zur Debatte. Liebe Grüße 🙂

  • Reply
    einafetsnorblieh
    7. September 2016 at 11:28

    Schön und wahrhaftig geschrieben… ich selbst habe „Nr. 2 und Nr. 3 “ zu hause geboren… das ist noch viel schöner 🙂

  • Reply
    Izzie Stark
    7. September 2016 at 21:26

    Liebe Bella,
    ein wunderschönes Foto und ein liebevoll geschriebener Beitrag. Gefällt mir sehr gut, so ein positiver Bericht von einer Geburt. Sonst hört man ja immer so viele Gruselgeschichten.
    Liebe Grüße
    Deine Izzie

    • Reply
      familieberlin
      8. September 2016 at 19:59

      Danke, das freut mich. Geburten sind ein heikles Thema. Umso besser, dass so wahrgenommen wird. 🙂

  • Reply
    Sandkuchen-Geschichten
    9. September 2016 at 15:01

    Ja, ja. Die zweiten werden wohl ganz gern mal vergessen …
    Bei mir kam auch erst dann wieder jemand als ich zornig rumgebrüllt hatte 🙂
    Ich hoffe, der Kummer über den Verlust des Einzelkindes ist vergessen – bis sie sich zum ersten und tausendsten Mal streiten 😉

  • Reply
    isabelle
    27. November 2016 at 00:53

    Sooo schön geschrieben.
    Hier auch 3650gr ♡…..aber die Zeit rast.

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