Geburt Schwangerschaft

Die richtige Vorsorge in der Schwangerschaft, gibt es die?

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Ich bin seit einigen Jahren in meiner aktuellen Frauenarztpraxis. Ursprünglich wegen einer Hormonstörung bin ich dorthin, seitdem war ich zufrieden, auch während der Vorsorge in der Schwangerschaft mit miniberlin. Doch leider haben große Arztpraxen auch einen Nachteil: ein Arzt geht, die Praxis bleibt. Und so saß ich mit zweitem positivem Schwangerschaftstest nicht mehr bei meiner „alten“ Ärztin, sondern bei einer Neuen. Das unser Anfang schwer war, habe ich bereits berichtet. Auch diese Ärztin ging, eine weitere schaute kurz vorbei und nun hänge ich bei einer Dritten. Ich dachte bis dato, dass das gute Gefühl neben meiner alten Ärztin auch der Praxis geschuldet war. Doch leider sollte ich mich täuschen.

Rationales Verhalten ist nicht immer hilfreich

Nach jeder der zahlreichen Vorsorgeuntersuchungen blieb ein schlechtes Gefühl. Sie fragte viel zu miniberlins Geburt. Doch weniger über meinen Umgang damit, sondern eher nach rein pathologischen Fakten. Wie ich damit nach der Geburt (gut!) fertig wurde und keinerlei Probleme hatte, interessierte sie nicht. Dieses schlechte Gefühl meinerseits bekam bald einen Namen durch sie: Kaiserschnitt. Sie rate mir aufgrund des Gewichts von miniberlin damals – über vier Kilo – und dem Geburtsverlauf zu einem Kaiserschnitt für babyberlin. Und dieser Rat hat Bestand. Mit jedem Besuch beharrt sie mehr darauf, erzählt mir, was alles passieren und was bleiben kann, wenn ich wieder so ein Riesenbaby bekomme. Zudem meint sie, dass ich kaum eine Klinik finden werde, die mich spontan entbinden ließe.

Am liebsten würde ich meine damalige Ärztin nach der Entbindung anrufen, von der ich leider nicht weiß, wo sie abgeblieben ist. Denn sie prophezeite mir, dass mir irgendein Arzt vor der nächsten Geburt zum Kaiserschnitt raten wird. Tadaaa, da ist er – der Rat. Und ich könnte kotzen. Ich möchte keinen Kaiserschnitt, zumindest keinen vorab geplanten. Wenn aus medizinischer Notwendigkeit keine andere Möglichkeit besteht, dann ist das so. Aber vorab terminiert? NEIN.

Hebammen verbinden Rat und Vorsorge auf angenehme Weise

 

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Nun macht diese Ärztin seit einiger Zeit meine Vorsorgeuntersuchungen. Doch leider fühle ich mich bei ihr alles andere als gut versorgt. Mittlerweile habe ich alle nötigen Termine bei meiner Hebamme und gehe nur noch alle paar Wochen zur Ärztin. Seitdem wächst meine Zuversicht wieder, dass mit babyberlin doch alles normal ist, sofern es sowas überhaupt gibt. Denn während meine Ärztin mein „dickes Kind“ anhand einer einfachen Linie auf dem Ultraschall entlarven wollte, tastet meine Hebamme mein Kind ab, also das echte, welches noch in meinem Bauch ist. Kein kalter Ultraschall, keine rechnende Maschine. Ein Mensch bewertet einen kleinen Menschen. Klar, auch das Abtasten der Hebamme kann fehlerhaft sein. Minimal. Doch was viel größer ist, ist das positive Gefühl, was bleibt, wenn ich ihre Praxis verlasse.

Meine Hebamme erzählt mir von guten Beispielen „großer“ Kinder und ihrer Geburt. Sie erzählt mir, was ich für Möglichkeiten habe, das Kind trotzdem gut zur Welt zu bringen. Sie zeigt mir, dass mein Bauch nicht so riesig ist, wie die Ärztin behauptet. Schließlich sei ich auch nicht klein, wie solle ich da ein Minikind bekommen? Und sie redet mit mir über miniberlins Geburt. Nicht über die Pathologie dahinter, sondern über meine Gefühle. Wir erarbeiten Strategien für das, was da kommt und sie hört sich an, was in meinem Kopf umhergeistert. Eines weiß ich zumindest: das Wort Kaiserschnitt wird immer leiser darin, lauter wird die Zuversicht, mein zweites Kind auch auf natürlichem Wege zur Welt zu bringen.

Welche Art der Vorsorge zieht ihr vor? Arzt oder Hebamme? Ich habe schon viele Geschichten gehört, auch von tollen Ärzten und schlechten Hebammen. Alles ist möglich.

Liebe Grüße
eure Bella

Im Übrigen hat ein Besuch der Wunschklinik nun ergeben, dass sie keine Einwände gegen eine normale Geburt haben. Sie unterstützen mich und würden im Notfall eingreifen – ein Notfall, der auch bei jeder anderen Geburt eintreten könnte und nicht durch miniberlins bestimmt wurde. 

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10 Comments

  • Reply
    Mani
    16. Juni 2016 at 19:59

    Liebe Bella!
    Toll, dass du dich da nicht aus dem Konzept bringen lässt. Hör auf deine supertolle Hebamme! Ich berichte mal kurz von mir: meine ehemalige Ärztin meinte nach einer Fehlgeburt und 2 Blutungen in der nachfolgenden Schwangerschaft (das 2. Mal mit Krankenhausaufenthalt), dass sie mir nicht mal ein teilweise BV gibt, weil das ja blöd für meinen Arbeitgeber ist. Ich war mega schockiert und psychisch fertig, weil ich Angut um mein Baby hatte. Hab mir dann schnell eine andere Ärztin gesucht. Beste Entscheidung, die ich treffen konnte!
    Und zum Gewicht: unsere kleine Puppi wurde auf 3.500 g geschätzt – unabhängig von 3 Leuten (2 Ärzte und 1 Hebamme). Und letztendlich hatte sie zarte 2.800 g. Und ich hab mir auch viele Gedanken gemacht wegen des Gewichts. Ist manchmal unnötig.
    Ich bin auch klar gegen einen Kaiserschnitt, wenn keine medizinische Notwendigkeit vorliegt.
    Ich wünsche dir eine tolle Geburt, an die du dann auch gerne zurückdenkst und vielleicht auch gerne anderen Frauen davon erzählt, um ihnen Mut zu machen.
    Liebste Grüße
    Mani

  • Reply
    sonnenshyn
    16. Juni 2016 at 20:28

    Ich habe eine wunderbare Ärztin, aber sie ist eben Ärztin. 😉

    Die Hebamme ist mir dann doch einen Tick lieber, einfach weil ich das Gefühl habe, dass sie nach ihrem Bauch geht und nicht nach Schulmedizin. Das macht sie etwas einfühlsamer.

    Sonnige Grüße.

  • Reply
    Claudia Quevedo
    16. Juni 2016 at 22:25

    Hallo Bella, warum sollte das Kind nicht normal zur Welt kommen, wenn es nur das Gewicht als Kritikpunkt gibt? Das ist kein Hinderungsgrund an einer normalen Geburt. Viele Kliniken sehen das heute so. Sogar Beckenendlagen werden wieder mehr als normale Geburt gefördert.
    Das Kind ist genau richtig groß für dich. Versuch mit deinem Kind zusammen zu arbeiten unter der Geburt. Ihr macht das als Team. Du bist nicht allein. Vertrau dir. Deine Gefühle waren doch bisher immer richtig. Wenn du Schwierigkeiten hast unter der Geburt und das Vertrauen wankt oder das Gefühl der Angst sich einschleicht, dann geh auf die Toilette, da seid ihr beide allein und du kannst nochmal Kontakt aufnehmen zu babyberlin und Kraft und Mut sammeln.
    Es ist gut, dass du dir Menschen gesucht hast, die dich emotional unterstützen.

    Ein Tipp zur Behandlung von Symphysenschmerzen: In unserer Praxis behandelt meine Kollegin Katharina Frauen mit Bowtech und bei fast allen wirkt es wunderbar.
    Auf der Website findest du den mailkontakt, falls du Interesse hast.
    http://www.hebammenpraxis-weissensee.de

    LG
    Claudia

  • Reply
    Zesyra
    16. Juni 2016 at 22:50

    Für das medizinische schätze ich meinen Frauenarzt und davon hatte ich in der letzten Schwangerschaft leider recht viel. Für alles normal-schwangere bevorzuge ich die Hebamme. Die bevorzuge ich auch für das Reden über Sorgen, Nöte und Ängste bezüglich der Geburt. Also bei einer normalen Schwangerschaft würde ich das nächste Mal nur zur Hebamme und 3 mal zum US gehen.
    Ich hab am Anfang der letzten Schwangerschaft auch eine höchst unsensible Frauenärztin gehabt (falls es interessiert, sie hat hier Erwähnung gefunden: https://nooborn.wordpress.com/2016/03/03/kruemelunterwegs/). Jetzt habe ich aber einen ganz tollen Frauenarzt. Von meinen bisher gesamt 5 niedergelassenen Frauenärzt*innen definitiv mein Favorit.

    Zum „Riesenbaby“ – meine Hebamme nach K1 hatte zeitgleich mit mir eine andere Frau in der Wochenbettbetreuung die ein 5kg Baby spontan ohne Geburtsverletzungen entbunden hat 😉 Ich denke mir immer, der Körper legt das Baby so an, dass es für die Frau in der Regel gut gebärbar ist. Und wenn das wirklich wirklich wirklich dann doch nicht klappt in der Geburtssituation, dauert es ohne Hektik 15min bis der Kaiserschnitt durch ist. Auch wenn der vorher nicht geplant war.

  • Reply
    Gina la Pepa
    16. Juni 2016 at 23:00

    Toll, dass du dich nicht aus der Ruhe bringen lässt! Meine Ärztin sagte mir beim Ultraschall am ET das Baby hätte 4.200 Gramm und sie würde nun die Verantwortung an die Geburtsklinik übergeben. Ich solle mich dort zwecks Einleitung umgehend melden. Hab ihr (gedanklich) den Mittelfinger gezeigt. Zwei Tage später ging’s ohne fremde Hilfe los – nach 58 Minuten war mein 4.800 Gramm Baby da! Ohne Komplikationen, ganz natürlich!!! Wenn deine Hebi bei dir ist schaffst du das ohne Kaiserschnitt. Ich schwöre auf eine gute, (in deinem Fall vielleicht erfahrene) Hebamme!

  • Reply
    Judith
    17. Juni 2016 at 09:58

    Lass dich nicht unterkriegen! ! Und schön dass du eine gute Hebamme hast. Die Messungen der Ärzte sind so oft falsch. Bei mir wurde beim dritten Kind auch Panik gemacht. Bin dann in einer anderen Klinik gewesen und alles war gut.
    Hör einfach auf dein Bauchgefühl!
    LG von Judith

  • Reply
    PaulasMom
    17. Juni 2016 at 21:38

    Liebe Bella, ich kann mich da nur anschließen! Habe vor drei Wochen meine zweite Tochter entbunden, innerhalb von 55 Minuten mit 4020 g, 55cm und 36 cm KU. Habe keinerlei Verletzung davongetragen und es war selbst ohne Schmerzmittel natürlich heftig, aber wirklich machbar ! Hab weiter Vertrauen in dein Baby und dich, ihr werdet den richtigen Weg für euch finden.

  • Reply
    Isa
    18. Juni 2016 at 00:50

    Liebe Bella,
    ich habe vor 12 Tagen meine zweite Tochter „normal“ zur Welt gebracht, meine erste war mit 4300g schon kein Leichtgewicht und Nr. 2 hatte 4500g. Beide Geburten verliefen problemlos und uns geht es super.
    Ähnlich wie bei Dir hat mein Frauenarzt mich aber total verrückt gemacht, auch im Hinblick auf Schwangerschaftsdiabetis. Letztlich habe ich sechs Monate Zuckerwerte gemessen und die waren immer gut. Dennoch hat er mir zu Insulin geraten. Nach dieser Aussage habe ich endlich Konsequenzen gezogen und den Arzt gewechselt. Und die neue Ärztin hat ihm Bezug auf Größe und Gewicht überhaupt kein Problem gesehen und das war es ja auch nicht. Nummer 2 war zwar auch kein kleines Baby aber die Geburt war überhaupt kein Problem.
    Bei Nr. 1 wurde bei ET +10 eingeleitet. Dieses Mal war die Aussage, dass bei ET +7 eingeleitet werden soll, zum Glück hat bei ET+5 die kleine Maus das Signal zum Auszug gegeben. Auf Einleitung hatte ich nämlich keine
    Lust.

    Man wird da wirklich teilweise völlig vereinnahmt und bekommt oft (unnötig) Angst gemacht. Heißt doch nicht umsonst „guter Hoffnung sein“. Ich drück Dir die Daumen für eine schöne, zweite Geburt.

    Lg

  • Reply
    Pia
    29. Juni 2016 at 12:32

    Mein Sohnemann hatte 4200 Gramm und 56 cm. Meine Frauenärztin hatte die letzten Wochen keine Zeit und ihre Vertretung hat sich gar nicht angeschaut wie groß das Baby ist. Erst während der Geburt merkte ich das etwas nicht stimmt. Er ist stecken geblieben und hatte die Nabelschnur um den Hals. Ich hatte riesige Angst, dass wir es nicht schaffen. Ohne Saugglocke wäre mein Sohn nicht raus gekommen. Mein Fazit danach, ich würde bei einer erneuten Schwangerschaft etwas früher einleiten lassen, aber ein Kaiserschnitt wäre nie mein Wunsch. Alles gute wünsch ich

  • Reply
    Anja
    30. Juni 2016 at 18:07

    Liebe Bella,

    Ärzte pathologisieren leider häufig und m.M. reden sie dadurch auch oft Pathologien herbei.

    Mein Mann und ich sind auch groß, ich habe zwei Kinder am Ende der 42. SSW mit 4 und 4,5 kg und ein leichteres 🙂 zu Beginn der 38. SSW außerklinisch gebären dürfen. Die Bandbreite ist also auch bei einer Frau groß.

    Doch die beste Entscheidung war, mich nicht mit Menschen (auch Ärzten) zu umgeben, die mich schwächen, sondern mit solchen, die mein Vertrauen stärken und auf deren Rat und Kompetenz ich trauen kann, wenn es darauf ankommt. Und das hast du ja auch.

    Alles Gute!

    Anja

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