Familie Kleinkind

#LebenalsNummer2: Auch die Nummer 1 hat es nicht leicht

Der Blog Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten hatte kürzlich einen Artikel dazu geschrieben, warum Kinder den Papa ablehnen. Auch wenn es vorwiegend um Babys geht, kann ich vieles auf miniberlin übertragen. Die beiden Bloggerinnen Snowqueen und Danielle haben so viel Resonanz auf diesen wirklich detaillierten Beitrag bekommen, dass sie nun andere Blogger unter #Lebenalsnummer2 fragen: wie ist das so als Nummer 2?

miniberlin folgt mir auf Schritt und Tritt

miniberlin folgt mir auf Schritt und Tritt

Das kann ich euch nicht sagen, ob leider oder zum Glück kann ich nicht unterscheiden. Denn auch als Nummer 1 ist es nicht leicht. Klar, ich werde mit Liebe überschüttet. Das wird Nummer 2 aka. herrberlin auch…wenn ich nicht da bin. Doch das Leben als Nummer 1 hat auch seine Schattenseiten. Wie bei den Stars und Sternchen. Berühmtheit ist nicht alles. Situationen, in denen sich miniberlin an mein Bein klammert, fast kreischend die Arme zu mir hochreist und sich lang nicht beruhigen lässt, wenn Papa sie auf den Arm nehmen will, brechen mir das Herz. Diese Situationen sind für uns alle nicht leicht, doch für mich sind sie jedesmal eine Zerreißprobe. Ich möchte nicht, dass mein Kind denkt, sie verliert mich. Doch genauso möchte ich nicht, dass herrberlin denkt, er gehört nicht dazu. Das denkt er nicht, doch auch ihm tut es weh. Glaube ich.

Das Kind schreit als hätte sie Schmerzen

Das Kuriose an dieser Konstellation ist, dass miniberlin und er super miteinander klar kommen. Sie spielen, kuscheln, toben…wenn ich nicht da bin. Ich kann zum Beispiel auch mal zwei oder drei Tage nicht da sein, es läuft toll. Sobald ich aber auch im Raum bin, weicht sie nicht von meiner Seite. Es geht sogar so weit, dass sie ihren Papa wegschubst, wenn er seine Hand auf meinen Arm legt. Alles an ihr sagt „MEINE MAMA!“. Dabei bin ich überzeugt, dass sowohl herrberlin als auch ich liebevoll mit ihr umgehen, für sie da sind und uns gleich gut um sie kümmern. Trotzdem macht sie zwischen uns einen großen Unterschied. Leider sind es die Situationen am Abend, die mir oft das Herz schwer werden lassen. Wir sitzen gemeinsam beim Abendessen, reden über unseren Tag und mit miniberlin. Doch sobald es darum geht, mit dem Kind ins Bad zu gehen, fängt sie panisch an zu weinen und krallt sich…wenn möglich, an mir fest. Gehe ich dann mit ihr ins Bad und mache sie fertig fürs Bett, ist alles gut. Nimmt herrberlin sie aber aus dem Stuhl, könnten unsere Nachbarn denken, bei uns passieren schlimme Dinge. Und das tun sie nicht, für alle mitlesenden Mitarbeiter des Jugendamts. Es ist nur „leider“ der Papa, der das Kind ins Bett bringt. Sind sie mit dem Schlimmsten, also dem Zähneputzen erstmal durch und im Kinderzimmer hinter geschlossener Tür verschwunden, beruhigt sich miniberlin auch wieder. Aber das kann schon zwischen 10 und 100 Minuten dauern. Und je länger sie schreit, desto mehr habe ich das Gefühl, sie brüllt mir mitten in mein offen liegendes Herz. Es tut weh.

Ratlosigkeit: auch bei Oma und Opa ist es so

Für alle, die nun auf eine Lösung hoffen und sich ebenso fragen, was sie dagegen machen können: sagt es mir, wenn ihr die Antwort gefunden habt. Denn, liebe Nummer 2, es ist auch nicht leicht als Nummer 1. herrberlin sagt immer, ich würde nicht damit klar kommen, wenn er auf einmal die Nummer 1 wäre. Das mag sein, doch miniberlins Weinen, wenn wir „getrennt werden“ löst bei mir ganz andere Gefühle aus. Würde ich noch stillen, würde ich wohl dieses komische Ziehen in der Brust verspüren. Jetzt ist es ein stechendes Gefühl in Herznähe und ein flaues Gefühl im Bauch. Sicher, ich könnte sie jederzeit ins Bett bringen und mich eben nicht von ihr entfernen. Aber ist das die Lösung, für uns alle? Sie würde denken, ich vertraue ihrem Vater nicht und somit ist ihr Verhalten gerechtfertigt. Genauso würde herrberlin irgendwann denken, er habe keine Rolle in unserem Familienleben. Und ich? Was ist mit mir? Ich möchte auch einmal allein ins Bad gehen oder die Küche ohne meinen kleinen Floh am Bein aufräumen, mich in Ruhe aufs Sofa setzen, während die anderen beiden spielen. Leider geht das bisher nicht. Diese Zerrissenheit macht es mir noch zusätzlich schwer. Was mich seit kurzem etwas beruhigt: Anscheinend liegt es nicht allein an herrberlin, denn auch im Beisein von Omas und Opas möchte das Kind nicht allzu weit von mir weg. Liebe ich mein Kind zu sehr (sofern das überhaupt geht) oder gebe ich ihr das Gefühl, dass ich bald von ihr weg möchte?

Eure ratlose
Bella

 

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6 Comments

  • Reply
    alu
    9. Juni 2015 at 06:14

    Liebe bella, es wird besser. Ich weiss noch genau wie das war mit k1 damals, inzwischen hat sich das aufgelöst. Uns hat geholfen die kinder viel in sozialen zusammenhängen mitzunehmen. Sie hat gesehen, dass sje uns vertrauen kann und keiner geht. Das war hilfreich für sie und für mich. Heute bin icj manchmal schon sehr traurig wenn sie mich gar nicht so doll braucht wie früher. Seufz

  • Reply
    Danielle
    9. Juni 2015 at 08:21

    Vielen herzlichen Dank für Deinen Artikel zu diesem Thema, der die andere Seite beleuchtet. Ich stimme Alu zu – die Intensität verliert sich im Laufe der Zeit – irgendwann werden herrberlin und Oma und Opa ebenso als sicherer Hafen fungieren, wie Du.

    Liebe Grüße!
    Danielle

  • Reply
    Yummy Mummy
    9. Juni 2015 at 08:23

    Oh wie recht du hast! Ich bin auch die Nummer 1 und empfinde das manchmal als ganz schöne Bürde. Beispielsweise wenn der Papa frei hat (was bei uns auch unter der Woche gelegentlich vorkommt) und ich eigentlich im Homeoffice zu tun hätte. Mein Mann hat kaum die Möglichkeit, mir den „Rücken freizuhalten“. Schlägt er dem Zwerg vor, eine Runde ins Schwimmbad oder auf den Spielplatz zu gehen, ist sie begeistert – solange Mama mitkommt! Möchte er sie umziehen/ Zähneputzen/ mit zum Supermarkt nehmen wird sofort heftig protestiert. „Die Mama soll!“
    Und das, obwohl die beiden – wie bei euch auch – ein super Verhältnis haben. Bin ich nicht zu Hause, läuft alles ohne mich wie am Schnürchen.
    Als Zweifach Mama habe ich allerdings die Hoffnung, dass sich diese Fokussiertheit eines Tages auch wieder legen wird. Bei der Großen war das zumindest so.
    Die schiebt mich mittlerweile schon gelegntlich aus dem Zimmer und möchte „nicht gestört werden“. Ich versuche also, die Bürde der Nummer 1 zu geniessen, denn ich bin mir sicher: Eines Tages wird mir das Klammeräffchen am Bein auch ein bisschen fehlen ;-).
    Fühl dich gedrückt

  • Reply
    Bettie
    9. Juni 2015 at 11:32

    Vielleicht habe ich es überlesen, aber was ich mich die ganze Zeit frage, war das denn die ganze Zeit schon so? Also seit miniberlins Geburt? 🙂 Und wenn herrberlin sagt, dass Du damit nicht klar kommen würdest, er aber schon, ist es vielleicht auch ein bisschen gut, dass es nicht umgekehrt ist?

    • Reply
      familieberlin
      9. Juni 2015 at 12:13

      Nein, es war noch nicht immer so. Erst seit einigen Wochen ist es so. Aber langsam wird es besser…hoffe ich.

  • Reply
    1 und 1 macht 3 ~ Glucke und So
    9. Juni 2015 at 12:02

    […] las gerade den Artikel von Bella zum Thema die Nummer eins beim Kind zu sein. Sie bezieht sich in Ihrem Text auf folgenden […]

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