Baby Kleinkind

Richtig helfen: Ein Erste-Hilfe-Kurs an Baby und Kind

Schon oft habe ich darüber nachgedacht, ob ich einen Erste-Hilfe-Kurs für Baby und Kind machen sollte. Bereits mit der Großen wollte ich es machen, habe es aber nicht geschafft. Doch mit Baby und Kleinkind daheim sehe ich auf einmal überall Gefahren, vor allem für das Baby. Da sind die vielen Haarspangen der großen Schwester, die irgendwie ganz lecker aussehen, hier liegen viele kleine Puzzleteile mit der die Schwester so oft spielt. Und diese Gummibärchen, die hier so heiß begehrt sind, sind die nicht auch was für Babys? Immerhin konnte ich einmal gerade so verhindern, dass die große Schwester unser Baby damit füttert. „Die sind doch so lecker Mama, die schmecken ihr auch gut!“

Eltern müssen aufpassen, aber trotzdem kann was passieren

Die Situationen, in denen was passieren kann, scheinen endlos. Klar, ich muss als Mutter stets aufpassen, dessen bin ich mir bewusst. Aber vor allem das Essverhalten des Babys gibt häufiger Anlass für Panik. Da sie fein püriertes Essen verschmäht und lieber das möchte, was alle essen, hatten wir schon öfter eine Paprika oder ein Stück Gurke, was in den falschen Hals kam. Wir hatten Glück, durch Würgen und Husten kam alles wieder raus und wurde sofort wieder gegessen. Aber ist das immer so? Wie weit geht mein Vertrauen in das Verhalten und den Instinkt meines Babys?

Kleinkinder und Babys spielen anders

Das Verschlucken und Würgen von Nahrung und Kleinteilen ist nur ein Beispiel von vielen, was im Alltag daneben gehen können. Mit nur einem Kind war das Kinderzimmer damals auch stets altersgerecht eingerichtet. Keine Kleinteile, alles in einer erreichbaren Höhe und meist so geordnet, dass Kind gefahrlos an Dinge heran kam. Doch mit mobil werdendem Baby und chaosliebenden Kleinkind muss das Kinderzimmer viele Bedürfnisse vereinen. So versteht das Kind unter Aufräumen auch mal, Stapel und Türme zu bilden. Im Zweifel liegt auf dem Regal also ein Stapel aus drei bis zehn Bücher, der von Statik noch nichts gehört hat. Dank dieser Vorarbeit der Schwester, muss das Baby nur noch in einem grazilen Dreh-Wende-Manöver gegen das Regal kommen und der bedrohliche Turm kippt um. Ihr seht, Szenarien habe ich viele im Kopf. Doch weiß ich mir auch zu helfen?

Was lernt man im Erste-Hilfe-Kurs für Kinder?

Theoretisch ja. Praktisch hoffe ich, niemals etwas aus diesem Kurs anwenden zu müssen. Und doch fühle ich mich gewappnet, ich würde schon meinen, sicherer. Denn ich habe gesehen, wie fest ich auf den Rücken des Babys hauen muss, dass ein Kleinteil aus dem Hals wieder heraus kommen kann. Ich weiß, worauf ich achten muss, wenn ich meine Gartenpflanzen plane. Und vor allem weiß ich auch, dass ich vor dem Kurs vielen Trugschlüssen aufgelaufen bin. Der Größte: so laut Kinder auch sind, ersticken oder ertrinken sie, sind sie ganz still. Ich würde also niemals hören, wenn mein Kind im Nebenzimmer ertrinkt, während ich nebenan die Wäsche zusammenlege.

Mal abgesehen davon, dass mein letzter und einziger Kurs schon 15 Jahre her ist, so unterscheiden sich Kurse für Erwachsene und die für Kinder sehr. Klar, es gibt Gemeinsamkeiten wie stabile Seitenlage, die Punkte für die Herzdruckmassage oder die Kopfhaltung bei der Beatmung. Aber trotzdem hat man keinen großen Körper vor sich, sondern ein kleines Kind oder sogar Baby. Nicht nur darin gibt es Unterschiede, auch andere Themen werden besprochen. Ein guter Kurs sollte neben Wiederbelebung aufgrund von Ertrinken, Verschlucken oder Bewusstlosigkeit auch andere Dinge behandeln, wie Vergiftung, Pseudokrupp, Fieberkrampf oder Stiche und Bisse. Darüber habe ich vorher weniger nachgedacht, als ich mich für einen Kurs entschied. Oder wisst ihr, was ihr bei einem ausgeschlagenen Zahn oder Verbrennungen machen müsst? Dazu haben wir auch Wundbehandlung, Knochenbrüche und Druchverbände besprochen.

Angewendet haben wir allerdings weniger. Das lag aber eher an den Kindern, die nahezu jeder dabei hatte. Doch allein schon das Wissen, was ich an diesem Tag mitgenommen habe, lässt mich sicherer werden, auch wenn ich nach wie vor hoffe, dass ich niemals etwas davon an meinen Kindern anwenden muss.

Eine schöne Übersicht über giftige und ungiftige Pflanzen gibt es übrigens hier bei Leonie.

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3 Comments

  • Reply
    #Freitags5 – 5 Tage 5 Fotos im April #01 - Heldenhaushalt
    7. April 2017 at 11:54

    […] es natürlich auch in der Blogsphäre wieder einiges, was sehenswert war: Richtig helfen: Erste Hilfe Kurs für Baby und Kind – DIY Häschenglas zum Verschenken – Wallpaper April – Kalenderblatt April […]

  • Reply
    Sarah
    21. Juni 2017 at 20:29

    Hallo Bella, kurze Frage zu deinem tollen Artikel: wo habt ihr an einem Kurs zusammen mit Kind teilgenommen? Ich habe wie verrückt gesucht, finde aber nur reine Elternkurse, die spät abends sind. Da mein Baby (7 Monate) aber nicht ohne mich schläft, sehe ich keine Möglichkeit, solch einen Kurs zu besuchen. Für deine Hilfe wäre ich sehr dankbar. Liebe Grüße, Sarah

    • Reply
      familieberlin
      22. Juni 2017 at 11:20

      Puh, ich habe den Kurs in Berlin gemacht, es war ein privater Anbieter. Google mal Erste Hilfe am Kind in Berlin, dann müsste es recht fix kommen. So eine rote Seite. Bin gerad unterwegs, deswegen kann ich dir keinen guten Link senden. LG bella

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