Blogging

Ich fühle mich wohl in meiner Blogger-Blase

Wenn man eine Weile bloggt, entdeckt man darüber oft Gemeinsamkeiten mit anderen Menschen. So entdeckte ich nach und nach, dass ca. 50 Prozent meiner Kollegen im Team auch bloggen. Mittlerweile treffen wir uns regelmäßig zum Mittag. Da es wirklich eine ganze Bandbreite von Themen sind, haben wir viel zu bereden: ich schreibe über mein Familienleben, die eine schreibt über sich und ihr Leben, die andere über Reisen, die Dritte schreibt über ihr Hobby. Und gerade dieses Hobby scheint bei Bloggern Ungeahntes hervorzubringen, denn sie berichtete, dass gerad in ihrer „Blogger-Branche“ alle irgendwie gegeneinander sind. Es gäbe einen kleinen Kreis, der stark zusammen arbeitet, in dem man sich aber erst beweisen muss. Mich erinnert das irgendwie an diese Studentenvereinigungen aus den USA, wo man nachts nackt den Löwen des Nachbarteams klauen muss…oder so. Jedenfalls sind diese Blogger nicht so nett zueinander. Entweder wird der Artikel fachlich total hinterfragt oder zerrissen oder ignoriert. In dem Zusammenhang kam auch die Reisebloggerin zu Wort und meinte, dass es bei ihnen zwar nicht soooo schlimm ist, aber dennoch nicht so kuschelig und nett. Denn meine Kollegin, die über sich und ihr Leben bloggt, meint beiläufig: ich bin zwar kein Elternblogger, aber ich fühle mich irgendwie dazugehörig. Sie wurde so warm und unbeirrt aufgenommen, dass sie sich sofort wohlfühle.

Früher gab es nur mich, miniberlin und meinen Rechner.

Früher gab es nur mich, miniberlin und meinen Rechner.

Wenn ich mich so umsehe in meiner Bloggerblase, dann muss ich ihr zustimmen. Obwohl ich viele der Menschen nicht persönlich kenne oder nur wenige male gesehen habe, man wird unterstützt. Miniberlin verliert im Kindergarten alle Sommerhüte? Auf einmal bekomme ich einen neuen Hut per Post aus Bayern. Mein Kind beißt mich ständig? Mindestens drei Bloggerinnen stehen mir bei Twitter mit Rat beiseite. Ich finde, dieses Bloggen ist mittlerweile viel mehr als nur das Spielen mit Worte und das Schreiben von Texten. Für mich ist ein starkes Netzwerk entstanden, was sich unterstützt- über das Lesen der Blogs hinaus.

Es entstehen gemeinsame Projekte aus den Ideen, die wir entwickeln. Aus den Plänen die einer schmiedet wird nach und nach eine große Idee, die viele zusammen umsetzen. Ich habe einen Fehler in meinen Texten oder Links gehen nicht? Mindestens eine Handvoll Menschen gibt mir Bescheid. Wir tauschen uns aus, wir vernetzen uns. Nicht, weil es so ist als Blogger. Denn es gibt auch anderein dieser Bloggerwelt- die Einzelkämpfer und Kritiker, die vermeintlich Erfolgreichen und die Nörgler. Manche Blogger sind mir auch unsympathisch, andere nerven und wieder andere konnte ich erst nach einer Weile mögen lernen.

Mittlerweile habe ich eine Handvoll dieser Blogger auch in meinem realen Leben präsent, denn diese Verbindung geht weit über das Bloggen hinaus. Es geht wirklich um den Menschen, wir begleiten uns bei Fragen zum Kind oder Problemen im Job.

Es gibt sie, die Blogger, die über das Thema hinaus wissen wollen, wie es dir geht. Die dich sehen wollen- in echt und die dann, von Bloggern zu Freunden werden.

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14 Comments

  • Reply
    Sarah
    18. August 2015 at 08:22

    Schön geschrieben. Finde ich auch.
    Ich lese ab und zu von der schrecklichen Beautybloggerwelt, in der angeblich nur Einzelkämpfer sind (obwohl ich keine Beautyblogs lese, ich bin schon schön ;). Das Gefühl habe ich bei uns zum Glück nicht. Ich fühle mich auch sehr wohl!
    Liebe Grüße aus dem Westen

    • Reply
      familieberlin
      18. August 2015 at 13:39

      Ich könnte jetzt meine Vorurteile über Beauty-Blogger rausholen, aber das wäre nicht gerecht. Ich kenne ja auch andere. 😉 Und Ausnahmen gibt es ja immer. LG in den Westen.

  • Reply
    Jessika
    18. August 2015 at 08:33

    Schön und vor allem TREFFEND geschrieben!

  • Reply
    Katarina
    18. August 2015 at 08:36

    Mir geht es da ganz wie dir liebe bella.

  • Reply
    Tanja L.
    18. August 2015 at 08:45

    Das hast du sehr schön geschrieben! Ich habe bisher auch nur gute Erfahrung gemacht, als ich angefangen habe meinen Blog etwas bekannter machen zu wollen hatte ich viele Fragen. Auch wenn ich technische Probleme habe oder sonst etwas wissen will, ich kenne mittlerweile ganz viele tolle Blogger,die immer helfen, ohne Angst zu haben, dass man ihnen etwas wegnehmen könnte (was eigentlich? Aufmerksamkeit? Leser? Ideen?). Kritik mag ich auch, wenn sie denn sachlich ist.Nörgler und Stänkerer können mir gestohlen bleiben. Ich wüsste auch gar keinen grund, wieso irgendjemand etwas gegen neue Blogger haben sollte? Deine Kollegin soll es lieber als Kompliment sehen, wenn andere über ihre Artikel herziehen, denn der Neid der anderen ist ihre Bestätigung, dass sie alles richtig gemacht hat! Und nichts anderes ist es, wenn man sich die Zeit nimmt und unsachliche Kritik äußert!

    • Reply
      familieberlin
      18. August 2015 at 13:21

      Das ist ein guter Ansatz, doch leider machen Neider einem ab und an das Leben schwer. Denn wenn man es persönlich nimmt, dann ist man doch mal verletzt. Das kenne ich auch aus „unserer Blase der Elternblogger“, denn wie ich schon schrieb: nicht alle sind nett und hilfsbereit. Aber ebenso finde ich: man sucht sich seine Leute zusammen, denn umso stärker arbeitet man zusammen. 🙂 LG Bella

  • Reply
    JesSi Ca
    18. August 2015 at 09:03

    Meine Herzbloggerin, wir scheinen uns in dem Punkt recht ähnlich. Ich bekomme manchmal andere Seiten mit – aus allen Bereichen – und die zerren dann so sehr an mir das ich alles in Frage stelle. Doch dann schaue ich zum Beispiel bei Dir vorbei und nehme mir ein Stück Deiner Wärme – so wir ich Dir jederzeit was von der meinen schenke – und schon geht es wieder.
    Überall gibt es so und so klar aber wor haben und auch irgendwie eine besondere BloggerBlase ausgesucht!!!!

    Bella ich Drück Dich, Du Herzensmensch
    Deine JesSi

    • Reply
      familieberlin
      18. August 2015 at 13:20

      Ach meine Liebe, bei dir weicht mir doch auch immer das Herz, wenn du kommentierst. 🙂 Gerad auch mit dir finde ich die Zusammenarbeit über Kilometer toll, denn irgendwie steckt man immer in ähnlichen Schuhen- mit einigen. Fühl dich gedrückt! 🙂

      • Reply
        JesSi Ca
        19. August 2015 at 01:58

        Manchmal hält die räumliche Entfernung uns eben nur davon ab, und real zu drücken. Was aber auch mal wieder schön wäre. Bald komme ich wieder und dann drücke ich doch real bis wir genug voneinander haben. Und dann sind die Kinder dran – wenn sie uns zwischen ihnen lassen

  • Reply
    Susanne
    18. August 2015 at 12:23

    Liebe Bella,
    Ein schöner Text! Ich denke, man kann sich in der ElternbloggerInnenblase wirklich tolle Menschen zusammen finden. Und ich habe glücklicherweise auch einige wunderbare Freundinnen gefunden wie Du es auch beschreibst. Auf der anderen Seite habe ich aber auch einige sehr negative Erfahrungen gemacht und finde, dass es nicht nur rosarot ist. Man muss sich wohl – wie in der Nichtonlinewelt – für die entscheiden, mit denen es passt und mit denen man auf einer Wellenlänge ist. Und die anderen einfach ignorieren.
    Liebe Grüße,
    Susanne

    • Reply
      familieberlin
      18. August 2015 at 13:19

      Liebe Susanne, das stimmt. Es ist nicht alles perfekt und es gibt immer Menschen, mit denen man sich nicht versteht. Doch ab und an muss auch mal ein positiver Bericht her, in dem es nicht um Zahlen oder einzelne Dörfer geht, die gegeneinander sind. Denn mittlerweile habe ich meine Meinung geändert: es macht nicht mehr die Größe des Blogs, ob man zusammen arbeitet oder sich unterstützt. Der Mensch dahinter macht es. Und die müssen auch einfach mal gelobt werden! 🙂 Liebe Grüße Bella

  • Reply
    Eni
    18. August 2015 at 13:26

    Meine liebe Bella,
    als diejenige, die Du in Deinem zauberhaften Artikel als die beschreibst, die so herzlich von den Mama-Bloggern aufgenommen wurde (jaaaa, das kann ich glückvoll bestätigen ;-), kann ich all das nur unterstreichen. Ok, Du warst auch schon vorher meine liebe Bella und durch Dich habe ich den „Sprung“ in die Bloggerwelt tatsächlich auch gewagt. Aber was das Bloggen an sich alles bereit hält, hat mich umgehauen: da poppen plötzlich Themen auf, über die ich im Leben nicht nachdenken würde; der sehr persönliche Austausch mit wildfremden Menschen, als wären es langjährige Freunde und diese ungeheure Hilfsbereitschaft. Ich kann bisher noch nichts wirklich Negatives berichten. Wahrscheinlich bewege ich mich einfach in den richtigen Kreisen 😉 Aber ich weiß wohl, dass es nicht so rosarot ist und bleiben wird. Und wenn es mal sch*** ist oder ich mich todunglücklich behandelt fühle, weiß ich, an wen ich mich wenden kann: Die Bloggerblase ist immer da – in guten wie in schlechten Zeiten…

    So genug der Romantik 😉

    Es grüßt
    Eni

  • Reply
    Sari
    18. August 2015 at 16:39

    Mir geht es wie Dir. Ich finde es auch veraltet das Internet oder die Blogsphäre nicht als etwas Soziales anzusehen. Man lernt Menschen kennen, knüpft Kontakte und inzwischen sorgen ja auch diverse Events dafür, dass es nicht nur ein „Aus der Ferne“ bleibt. Von den guten alten Bloggertreffen mal ganz zu schweigen. Ich liebe die Blogblase ^^

  • Reply
    Rike
    18. August 2015 at 19:58

    Ich erlebe es ganz genauso!
    Und das, obwohl ich zu Beginn der Schreiberei mit Hauen und Stechen gerechnet hatte, bereits das „Sterben“ geliebter Blogs aus der leserperspektive habe miterleben müssen… Ich habe diese ehrliche warme Herzlichkeit und das Zusammengehörigkeitsgefühl wirklich nicht erwartet. Ich bin geflasht davon! Ich fühle mich geborgen, umsorgt und mit soviel Freundlichkeit und echtem Interesse umgeben, das kann ich einem Außenstehenden gar nicht erklären! Danke, Bella, dass Du es so gut beschrieben hast.
    Ich bekomme so oft liebe Briefe, Karten, SMS und irgendwas von Menschen, die mich vielleicht gar nicht kennen oder (schlimmer) mich kennengelernt haben und mich trotzdem in ihr Herz geschlossen haben. Der Wahnsinn! 😀
    Ich habe eine liebe Freundin, die seit vielen Jahren in einer anderen Sparte bloggt und sich immer spöttisch sehr erhöht über die Mamiblogger und ihr ums-sich-selbst-drehen und die mir mal gesagt hat, sie sähe mich eigentlich nicht dort bei denen. Doch doch, habe ich geantwortet, genau dort gehöre ich hin. Liebend gern. <3

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