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herrberlins #turning30: Ankommen statt Umziehen

Heut, an DEM Tag der Tage, meinem #turning30 hat mich jemand ganz besonderes um einen Platz auf diesem Blog gebeten: herrberlin. Diesen Wunsch kann ich ihm nicht abschlagen. Ich freue mich riesig, dass er bei mir ist. Nicht nur in dieser Nacht aus Nebel, Glitzer und Cupcakes, wenn ich 30 werde. 

herrberlin

Als digitale Randerscheinung lebt es sich mit 33 Jahren gut. Aber war früher alles besser, als die Altersangabe noch mit zwei begann? Ein Jurist würde vermutlich die Beantwortung dieser Frage mit einem „Kommt drauf an“ einleiten. Ein wankelmütiger Mensch mit einem Klaren „Jein“ antworten. Da ich aber weder Jurist noch wankelmütig bin, versuche ich es mit einem „Besser nicht, aber anders“ und einem Blick auf die Randerscheinungen dieser interessanten Alterswende.

Zu allererst: Ich habe heut kein Problem damit älter zu werden. Ich trage sogar einen Bart der mir, wie ich gestern das erste Mal gesagt bekommen habe, eine gewisse Seniorität verleiht. Und immerhin passiert das Älter werden unaufhaltsam und ganz von allein. Also eine Sache weniger an die ich denken muss, mich zu kümmern.Und vieles wird mit zunehmendem Alter auch besser. Stell Dir vor statt Christian Bale würde noch immer Adam West als 60er Jahre Batman mit jeder Menge Powwww und Bannnng Häuserwände hochlaufen. Unvorstellbar! Oder statt dich mit Freunden via WhatsApp zu verabreden, würdest Du einfach mal zu Ihnen nach Haus gehen, klingeln und hoffen das sie auch da sind.

Gerade der Wechsel von 2 auf 3 war für mich rückblickend schon etwas Besonderes. Während ich als Teenager dem 18. Geburtstag, und damit auch tiefgreifenden Veränderung entgegenfieberte passierte erst einmal … Nichts. Ich ging weiter zur Schule, wohnte in einer brandenburgischen Kleinstadt bei meinen Eltern und verdiente mir Taschengeld am Grill eines Burger Restaurants. Nach einem wenig lehrreichen, wehrpflichtigen Aufenthalt in der Nadelwaldwüste Mecklenburg – Vorpommerns wechselte die Zehnerstelle meiner Altersangabe beinahe unmerklich von eins auf zwei. Jetzt aber schnell, bis zur drei sollte sich doch noch so viel verändern.

Eine immer wiederkehrende Randerscheinung für die kommenden zehn Jahre meines Lebens wurde der folgende Dreiklang der Rastlosigkeit: Ausziehen, umziehen und einziehen. Genau genommen tat ich das in meinen Zwanziger – Lebensjahren sieben Mal. Ausziehen, umziehen, einziehen, ausziehen, umziehen, einziehen, ausziehen, umziehen und wieder einziehen. Dann noch mal ausziehen, umziehen, einziehen, ausziehen, umziehen, einziehen. Erneut ausziehen, umziehen, einziehen, ausziehen, umziehen, einziehen. Dreißig!

Rückblickend war das zwar anstrengend und mitunter teuer aber eben bloß eine notwendige Randerscheinungen die, und das weiß ich heut, einer Sache dienlich war. Räumliche und geografische Veränderung brachte nämlich auch Bewegung in die übrigen Bereiche meines Twenager – Lebens. Denn mit beinahe gleicher Häufigkeit wechselten dadurch auch berufliche Aufgaben, Freunde und Freundinnen sowie Bekannte und Bekanntinnen. So wurden also im Laufe meiner Twenhood aus beruflichen Trampelpfaden gut ausgebaute Landstraßen. Und aus „irgendwann mal eine Familie gründen“ wurden Frau und Herr Berlin.

Und während die zwei auf die drei wechselte wollte ich ein letztes Mal ausziehen, umziehen, einziehen, um zu bleiben!

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3 Comments

  • Reply
    mama³
    30. Juni 2015 at 09:18

    Ein toller Text von Herrn Berlin!
    Happy Birthday liebe Bella 🙂 Lass es krachen und denk nicht soviel über Zahlen nach 😉

    Liebe Grüße
    Stephi

  • Reply
    Sylvia
    30. Juni 2015 at 09:44

    Hallo Bella,

    toller Artikel von HerrBerlin!

    Ich bin übrigens 35 und unsere Tochter hat auch mich geerdet und es fühlt sich mit Mann und der kleinen Großen wie ankommen an.
    Mal sehen wie der 2. Abschnitt der 30 er wird …

    Schöne Grüße
    Sylvia

  • Reply
    Eni
    1. Juli 2015 at 00:18

    Großartige Gedanken, herrberlin! Vor allem das Wortspiel im letzten Absatz: „… der Wechsel von zwei auf drei“. Und: Beruhigend, dass der hartnäckige Batman immer noch dabei ist, die treue Seele 😉

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