Baby Familie Vereinbarkeit

Vereinbarkeit: Wenn das Baby krank ist, gelten andere Regeln

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Zum ersten Mal habe ich heute gemerkt, wie es ist, wenn meine Pläne jemand anderes macht. Oder besser: jemand durchkreuzt. miniberlin ist krank und ich somit auch. Bye bye Arbeit, hallo Vereinbarkeit. Klar, noch bin ich in Elternzeit und kann ganz entspannt klönen. Aber da ist dieser eine Nachmittag in der Woche, dieser winzig kleine im Vergleich zur großen Restwoche, an dem ich arbeiten gehe. Nur zwei Seminare. Wirklich nicht viel. Aber genau die sucht sich meine miniberlin aus, um krank zu werden. Sie war noch nie krank. Also, was tun? Absagen. Alles. Sofort. Und was kommt gratis hinzu? Dieses schlechte Gewissen, von dem immer alle reden/bloggen. Es war einfach da, ich habe es nicht gerufen. Denn eines ist nun mal Fakt: so mobil man auch arbeiten kann und von jedem Ort der Welt mailen und telefonieren könnte, hat man ein kleines fieberndes und wimmerndes Baby im Arm, geht das nicht. Oder nur zu schwachen 20 Prozent. Und wer möchte so schon arbeiten? Ich nicht. Also sitze ich jetzt bzw. gleich wieder und hole nach, checke Aufgaben, gebe Feedback. Aber auch da kann ich keine 100 Prozent geben, denn meine Ohren und Gedanken sind immer noch bei meinem Baby. Denn immerhin weiß ich noch nicht, was sie hat.

Vereinbarkeit bedeutet auch Zerissenheit

Nun habe ich also zum ersten Mal meine Pflichten neben dem mamasein kappen müssen. Komisches Gefühl, dabei habe ich doch noch zwei Monate Schonfrist. So ist das also, wenn man alles stehen und liegen lässt. Und ich finde dieses schlechte Gewissen ist nicht mit dem vergleichbar, welches man angeblich bekommt, wenn man mal an sich denkt und einen Tag nur für sich hat. Aber da gab es keines dazu, das kommt dafür jetzt. Und ich merke zum ersten Mal diese Zerrissenheit zwischen Job und Familie, zwischen Mama und Frau. Ich dachte wirklich immer, das gäbe es nicht, man ist einfach eines in einer Person und es gebe keine Abstufungen. Eine Symbiose ohne Ecken und Kanten. Aber dem ist nicht so, man kann aber ganz schnell zwischen beiden hin- und herschalten. In Sekunden.

Was ich nämlich heute auch gemerkt habe, ist, wie schnell man unter dieser Situation einen Plan B erarbeiten kann, alles umwerfen kann um dann voll und ganz für die Prio A da sein zukönnen, Mama zu sein. Ich habe aber auch ganz viele andere Dinge gelernt, nämlich, dass an so einem Tag keine Regeln gelten, für niemanden. Dann richtet sich alles nach miniberlin.

Wenn das Baby krank ist…

…darf es auch mal Saft trinken, dass es überhaupt trinkt.(Und nicht mal das hilft.)
…muss Mama nicht zur Arbeit gehen.
…darf man abends auch mal Grießbrei statt Gesundem essen.
…darf man auch auf dem Schoß sitzen zum Essen und den Kopf anlehnen.
…darf man auch mal dazwischen quaken, wenn Mama telefoniert…wichtig telefoniert.
…schläft man doch lieber wieder bei Mama im Bett.
…muss man sein Zimmer nicht „aufräumen“.
muss kann Mama die Wohnung nicht ordentlich halten. WOHOOOO….
…darf man den ganzen Tag kuscheln.
…hält man Mama von allem ab, was sie tun möchte, indem man sich an sie bzw. ihren Fuß klammert und wimmert.
…lässt Mama sich von allem abhalten, was sie tun möchte…oder muss.
…darf Mama sich noch mehr Sorgen machen, als sonst.

In diesem Sinne, habt einen ruhigen Abend.
Eure besorgte Bella

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1 Comment

  • Reply
    danielajaeggi
    9. Dezember 2014 at 20:23

    Das kommt mir so bekannt vor – hatte ich auch oft und intensiv. Wir besser! Wirst sehen! 🙂

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