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Ziemlich verrückt – Unser Alltag mit Baby!

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Als ich noch keine Kinder hatte, hatte ich viele Vorstellungen davon, wie es sein wird, Mama zu sein. Wie möchten wir mit unserem Kind umgehen, was möchten wir machen und wie möchten wir niemals sein – die Liste der Vorsätze war lang. Aber es gibt auch Menschen, die alles auf sich zukommen lassen. Sie meinen, ohne Erwartungen ist es einfacher, denn immerhin wissen sie nicht, was passieren wird. Egal, mit welcher Einstellung man seine neue Rolle als Eltern antritt, die erste Zeit ist überraschend – mit ziemlicher Sicherheit.

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt

Egal was ich damals gelesen habe, über die Geburt, über das Wochenbett oder über Babys, es beschrieb nicht annähernd die Gefühle, die ich nach der Geburt erstmals spürte. Ich war überwältigt und vom ersten Moment an verliebt. Diese kleine Wesen in meinen Armen, die Tritte und die Kugel der letzten Monate haben nun endlich ein Gesicht. Doch zu all der Liebe gesellte sich schnell das Gefühlschaos.
Ich kannte das Wort Babyblues, doch es beschrieb nicht mal annähernd diese Fülle der Gefühle. Aus der Kalten fing ich an zu weinen und hatte Sorgen, wo keine waren. Von himmelhoch jauchzend zu Tode betrübt in weniger als drei Sekunden? Kein Problem.

Was, wenn meinem Baby etwas passiert? Schaffe ich es überhaupt, Mutter zu sein? Ich bin doch gar nicht dafür gemacht. Diese Fragen und Sorgen schienen unlogisch, schließlich hatte ich 40 Wochen Zeit dafür. Machen konnte ich dagegen jedoch nichts. Sie kamen heimlich von hinten und blieben einige Tage, egal ob beim ersten oder zweiten Kind. Ich wette, sogar bei einem dritten oder vierten Kind wären diese Gedanken da. Denn das ist er nunmal: der Babyblues.

Ich war zwar theoretisch darauf vorbereitet, der Mann nicht. Und so kämpfte ich in den ersten Tagen nach den Geburten nicht nur mit meinen Hormonen, sondern auch mit den Fragen des Mannes. Warum weinst du? Was brauchst du? Was ist falsch?

Ein Baby verwöhnt man nicht. Oder doch?

Theoretisch nichts, praktisch alles. Doch nach und nach fanden wir unseren Platz in dieser neuen Rolle als Mama und Papa, denn dem Baby war das ziemlich egal. Es wollte stillen, schlafen, kuscheln. War niemand von uns bei unserer kleinen Tochter, war sie unruhig und weinte. Sie beruhigte sich nur auf uns, indem wir sie trugen. Und schon kam die Frage auf: verwöhnen wir sie zu sehr? Schließlich müssen Kinder doch allein einschlafen, oder? Aber der Gedanke fühlte sich auch nicht richtig an.
Einer der Vorsätze und Trugschlüsse, die meine Hebamme schnell entkräftete. Dafür bin ich ihr noch heute dankbar.

„Babys kann man nicht verwöhnen. Je mehr du für sie da bist, sie trägst und immer auf sie reagierst, desto mehr stärkst du ihr Urvertrauen. In sich selbst und in die Welt.“
Ich begriff schnell, dass mein Bauchgefühl richtig war. Ich spürte, was meine Kinder brauchten. Dieses Bauchgefühl, was man vor der Elternschaft schon kennt, aber nun in der Zeit mit Baby zu schätzen und zu vertrauen lernt. Und so fing ich an, mein Baby in den Schlaf zu tragen, zu stillen, wenn es Hunger hatte und auf jedes Weinen zu reagieren. Das gefiel nicht jedem.

Ratschläge darf man auch ausschlagen

Dieser Umgang mit meinem Baby war für einige ungewohnt. Vor allem Großeltern und meist kinderlose Freunde fanden den Weg, auf die Bedürfnisse des Babys immer zu reagieren, falsch. Zweifel wurden gestreut und Ratschläge verteilt, oft ungefragt. Babys sollten gleich alleine schlafen, nicht so oft trinken und vor allem auch mal ohne die Mama sein. So gewöhnen sie sich an das Leben. Tun sie das?
„Nein“, sagte mein Bauchgefühl und auf dieses verließ ich mich. Egal ob Ratschläge oder Kritik, ich spürte intuitiv, dass ich das für uns Richtige tat. Das mag nicht für alle Eltern und ihre Babys passen, aber darum geht es dem Bauchgefühl nicht. Es ist individuell und das ist das schöne. Beim ersten Kind war mein Bauchgefühl recht schnell da und bestärkte mich, beim zweiten brauchte es manchmal etwas. Aber trotzdem möchte ich es nicht missen.

Schatz, du bist ja immer noch im Schlafanzug?!

Was jedoch verloren geht, ist die Zeit. Egal, ob mit erstem oder zweitem Baby, ich verlor mein Zeitgefühl. In den ersten Wochen nahm das Stillen, Wickeln und Schlafen des Babys so viel Raum ein, dass ich mich und alles um mich rum vergaß. Wo war nochmal mein Telefon? Und warum bin ich noch im Schlafanzug? Ich wurde so sehr gefordert, dass vieles auf der Strecke blieb – der Haushalt, die Wäsche, das Essen. Und doch schafften wir es nach einigen Wochen, unseren Rhythmus zu finden. Dieser ist nicht der leiseste, nicht der ordentlichste und setzt auch schon mal aus.

Das ist ok so, denn nun ist da jemand neues, der den Ton angibt. Und selbst wenn das Baby schlief, zog es einen in seinen Bann. „Hast du das kleine Schmunzeln gesehen? Und hör‘ mal, dieses süße Quietschen.“ Allein schon, dem Baby beim Schlafen zuzusehen, nahm so viel Zeit in Anspruch – und Liebe!

Liebe hoch Drei

Egal, wie rational ich die Tiefen sah, die nun mal eine Babyzeit mit sich bringt, die viele Wäsche, der Schlafmangel und der neue Rhythmus, so emotional sah ich das
Hoch, denn man konnte es kaum in Worte fassen. Dieses kleine Wesen da war mein Baby, durch und durch. In meinen Augen war das schönste und tollste Baby weit und breit. Es hatte so viel Tiefe in seinem Blick und ein Lächeln um den Mund. Es hatte die süßesten kleinen Finger und die patschigsten Füße. Und wenn es einem morgens, nach einer miesen Nacht, erstmals anlächelte, dann weiß man wofür man noch so einige Tiefs in Kauf nimmt: für genau das.

Dieser Text erschien erstmals auf eltern.de.

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